Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 17 = N.F. Jg. 2 (1873))

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statt der Anrechnung des § 393 eine Hinzurechnung behauptet worden
nur derjenigen, nach Repartirung des Gesammtbetrags auf jeden Erb-
theil der einzelnen Geschwister auch auf den Pflichtigen repartirten, Rate
des Gesammtbetrags aller Ausstattungen.
Es ist also lediglich behauptet, wenigstens durchgeführt eine Hin-
zurechnung nur dieser Erb rate von den Ausstattungen zu seiner Erb-
rate vom Restnachlasse und nach Summirung dieser beiderlei Erbtheile
eine Gewährung der Pslichtquote von den summirten, also von beiderlei
Bestandtheilen.
Dann liegt das, wenn auch nicht Absurde, aber Unrichtige nur
darin, daß die Bornemann-Koch'sche Abrechnung resp. Abzug der Aus-
stattungen vom Pflichttheil auch den, darunter irriger Weise begriffenen,
Theil der Ausstattung treffen,
die Ausstattung überhaupt das bilden soll, worauf resp. wo-
von abgerechnet werden muß, während deren Betrag doch nur
dasjenige ist, was von einem andern, die Ausstattung nicht
enthaltenden, Objekt (Pflichttheil vom Restnachlaß) abgerechnet
werden soll.
Sollte aber mit der Supposition S. 1024 gemeint oder als Ab-
surdität bezeichnet sein:
der höchst ausgestattete Pflichttheilsberechtigte müsse auch bei
Anwendung der Kollation (Einwerf-Methode) seine eigene Leb-
zeitszuwendung aus der, durch den reinen Nachlaß und die Ein-
werfung aller Lebzeitszuwendungen, also auch derjenigen der
übrigen Geschwister gebildeten, Masse voraus, vorweg nehmen
oder vielmehr behalten
und
dann seine portio portionis, wenn noch etwas übrig bliebe, d. h.
seinen Pflichttheil vom Rest, noch dazu d. h. zum unge-
schmälerten Betrag seiner Ausstattung erhalten;
so würde die Absurdität, wenigstens Ungesetzlichkeit nur darin liegen,
wenn auf diesen, bloß aus dem Restnachlaß resultirenden, Pflicht-
theil, so weit er reicht, die Anrechnung des § 393 nicht aus-
geführt, von diesem Pflichttheil nicht der ganze Betrag der
Ausstattung in Abzug gebracht werden und wenn also dem
Pflichttheilsberechtigten nicht lediglich der Ueberschuß als Pflicht-
theil dergestalt zugesprochen werden sollte, daß er außer seiner
Ausstattung nur diesen Ueberschuß be- resp. erhält.

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