Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 17 = N.F. Jg. 2 (1873))

3

nunmehr ohne weiteren Verzug das geschehen, was unsere Stelle
a. E. so ausdrückt: zudex negotium summatim discutiens in
possessionem rerum actorem mitti non differet, omni alle-
gatione absenti de principali quaestione servata.
Die Nomination ist hiernach dem mit der Eigenthumsklage be-
langten bloßen Inhaber einer unbeweglichen Sache als ein Schutzmittel
gegeben, um sich von der Einlassung in einen, fremde Interessen be-
rührenden, Rechtsstreit und somit auch von der Verantwortlichkeit für
dessen Ausgang zu befreien.
Mit Recht sagt daher EmmingHaus im Archiv für die praktische
Rechtswiss. N. F. V. S. 131 f.:
Constantin hat sin der 1. 2 0. ubi in rem actio) an den
von der rei vindicatio geltenden Rechtsgrundsätzen an und für
sich nichts geändert. .; er hat dem verklagten Besitzer auf fremdem
Namen die nominatio auctoris nicht, wie von Manchen behauptet
wird, als eine „Legalpslicht" auferlegt. Sein in der jetzt sogenannten
nominatio auctoris geschaffenes Rechtsinstitut bezweckte vielmehr
allem Vermuthen nach nichts mehr und nichts weniger als die Dar-
bietung eines geeigneten Mittels, wodurch im Falle die Eigenthums-
klage gegen einen Besitzer auf fremdem Namen erhoben sein sollte,
der dadurch veranlaßt Rechtshandel alsbald in eine Bahn geleitet
zu werden vermöge, welche in den meisten Fällen der Förderung
der Jntereffen aller Betheiligten am Besten entspreche.
Hierdurch beseitigt sich von selbst die Ansicht einiger Rechtslehrer,
welche die nominatio auctoris als sog. exceptio deficientis legitima-
tionis ad causam auffassen.
Sv lehrt Gönner, Handb. des gem. Prozesses Bd. 1 Nr. XVI:
§ 1. Wer verklagt wird über einen Gegenstand, bei welchem er
nicht in eigenem, sondern in eines Andern Namen erscheint, dem
kann nicht zugemuthet werden, daß er einen Streit auf sich nehme,
der ihn nichts angeht; er ist der wahre Beklagte nicht und kann
dem Kläger wegen mangelnder Passivlegitimation zur Sache eine
Einrede entgegensetzen. Dies thut er in der Art, daß er dem Kläger
seinen Jrrthum in der Auswahl des Beklagten zeigt und denjenigen
nennt, in desien Namen der Beklagte handelte, welcher also der
wahre Beklagte ist. Das römische Recht nennt die nominatio auc-
toris nur bei dinglichen Klagen, schließt sie aber bei persönlichen
nirgends aus.
§ 3. Die Benennung des Auktors besteht also in einer Erklärung
des Beklagten, daß er bei dem angebrachten Klagegegenstande nicht
in eigenem Namen erscheine, mit beigefügter Anzeige des wahren
Gegners in der Absicht, daß er mit der Klage ganz verschont und
diese gegen den wahren Eigenthümer angestellt werde. — Ihr Zweck
ist gänzliche Ablehnung des l^chtsstreits, wodurch sie sich von
1*

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer