Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 43 = 6.F. Jg. 3 (1899))

11.9. Dickel, Dr. Karl, Amtsrichter bei dem Amtsgericht I zu Berlin und Lehrer an der Forstakademie zu Eberswalde: Rechtsfälle. Zum Gebrauche bei Vorlesungen und juristischen Uebungen. Heft II. Gerichtsverfassung, Civilprozeß, Zwangsvollstreckung in das unbewegliche Vermögen, Konkurs

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Literatur.

ihm gegenüber wegen der Genehmigung die inzwischen durch 3E. gegen
A. ertheilte Genehmigung beseitigt haben würde.
Wenn der Verfasser unseres Buchs sich, gestützt auf seine verdienst-
volle Behandlung des geltenden Rechts, an eine eingehende Erörterung
des eingreifenden Reichsrechts macht, werden sich ihm noch in vielen
anderen Beziehungen neue Fragen und Zweifel aufdrängen.
Eccius.

37.
Nrchtsfällr. Zum Gebrauche bei Vorlesungen und juristischen Uebungen. Heft II.
Gerichtsverfassung, Civilprozeß, Zwangsvollstreckung in das unbewegliche
Vermögen, Konkurs. Von Or. Karl Dickel, Amtsrichter bei dem Amts-
gericht I zu Berlin und Lehrer an der Forstakademie zu Eberswalde.
Berlin 1899. Verlag von Franz Bahlen. iGeh. M. 4,— ; geb. M. 4,80.)
Der Vers., welcher in Heft I seiner Rechtssälle Aktenauszüge ver-
öffentlicht hat, läßt in dem vorliegenden Heft II Fälle folgen, die zum
größten Theile gleichfalls aus Akten und aus der Amtsstube des Pro-
zeßrichters entnommen sind. lieber die Gesichtspunkte, welche ihn bei
der Auswahl geleitet haben, bemerkt der Verf. Folgendes: Es sei sein
Bestreben gewesen, die Dinge des praktischen Lebens in den Vorder-
grund zu stellen, und dabei solche Fälle besonders zu berücksichtigen, die
den Jüngern der Rechtswissenschaft, wie die Erfahrung lehrt, besondere
Schwierigkeiten machen. Er bemerkt weiter, daß Prozeßführung, Pro-
zeßleitung und Rechtsprechung Kunst seien, und daß, wie bei allen
Künsten, so auch hier das höchste nur von dem erreicht wird, der den
Genius des Künstlers in sich trägt. Aufgabe des Prozeßrechtslehrers,
des Theoretikers wie des Praktikers, sei es, dem jungen Juristen die
Wege zu zeigen, auf denen er ein wirklicher Künstler werden kann. Von
diesem, noch näher dargelegten Standpunkt aus entwirft der Verf. eine
Reihe von Fällen, bei denen die Entscheidung aus dem Gerichtsver-
fassungsgesetze (S. 4 -19), der Civilprozeßordnung (S. 19—212), dem
Zwangsvollstreckungsgesetze in das unbewegliche Vermögen «212—218)
und dem Konkursrecht und -Verfahren (S. 212—250) zu entnehmen ist.
Es läßt sich gewiß nicht verkennen, daß der Standpunkt, welchen
der Verf. einnimmt, ein im Wesentlichen richtiger ist. Bedenken erregte
mir, daß der Verf. solche Fälle besonders berücksichtigen will, die den
Jüngern der Rechtswissenschaft besondere Schwierigkeiten machen. Ein
mir sehr nahe stehender Freund, welcher im Nebenamte eine juristische
Professur verwaltete und als solcher ein Seminar abzuhalten hatte,
ging von dem entgegengesetzten Standpunkt aus, daß schwierigere Rechts-
fälle den Studirenden, für welche der Verf. seine Fälle ja auch schreiben
will, gar nicht, daß sie vielmehr höchstens Referendarien in der spätesten
Ausbildungszeit vorgelegt werden dürfen. Er nahm deshalb reponirte
Akten, welche Rechtfälle der einfachsten Art, wie sie im täglichen Leben
Vorkommen, enthielten, und demonstrirte daran seinen Schülern mit

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