Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 43 = 6.F. Jg. 3 (1899))

11.8. Immerwahr, Dr. jur. et phil. Walter, Privatdozent an der Universität Berlin: Die Kündigung

Jmmerwahr, Die Kündigung.

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bisher geltenden Rechts kann daher auch nach Einführung des B.G.B.
noch geraume Zeit auch praktischen Werth haben.
Da nun aber in der neuen Auflage des Roth'schen Werkes eine
vergleichende Darstellung des neuen Reichsrechts mit jener des alten
Rechts verbunden ist, so wird sich nach der Einführung des B.G.B.
der Wunsch rege machen, in dem Werke eine verlässige, vollständige
Darstellung des neuen wirklich in Bayern geltenden Rechts zu besitzen.
Für die bisher bearbeiteten Theile könnte diesem Wunsche durch
einen Nachtrag entsprochen werden, der zu den einzelnen entsprechenden
Stellen die erforderliche Ergänzung aus den fertig gestellten Aus-
führungsgesetzen bieten würde.
Trotz der großen Vertrautheit des Herausgebers mit dem ganzen
Gesetzgebungsmaterial ist die Mühseligkeit einer solchen Nacharbeit
keineswegs zu verkennen.
Zm Interesse der Erhaltung des Werthes und des Gebrauchs des
Werkes dürste sich das Unternehmen aber doch zweifellos lohnen.
vr. Lippmann.

36.

Die Kündigung, historisch und dogmatisch dargestellt von Walter Immer-
wahr, vr. für. et phil., Privatdozent an der Universität Berlin. Bres-
lau 1898. M. & H. Marcus. (M. 6,—.)
Das vorliegende Werk zerfällt in zwei Theile, einen historischen
und einen dogmatischen. Der historische Theil berücksichtigt neben dem
römischen Recht besonders eingehend die deutschrechtliche Entwickelung.
Die Erörterungen des dogmatischen Theils sollen das heutige Recht
klarstellen, sie schließen sich der modernen Gesetzgebung und Praxis,
insbesondere der Rechtsübung im Gebiet des A.L.R. an. Einer all-
gemeineren Auseinandersetzung folgt die Besprechung der Kündigung
beim Darlehn, der Miethe und Pacht, dem Dienstvertrage und der Ge-
sellschaft. Insoweit wird das kleine Werk, das sorgfältig geschrieben ist,
mit Nutzen zu Rathe gezogen werden. Das B.G.B. kommt dem Ver-
fasser nur bei Ausblicken in die Zukunft in Betracht, von einem heute
geschriebenen Werk aber darf man in dieser Beziehung doch wohl mehr
erwarten. Ich greife einen einzelnen Punkt heraus, um zu zeigen, daß
das neue Reichsrecht neue Unterscheidungen und Untersuchungen nöthig
macht.
Nach Feststellung des Wesens der Kündigung als einer einseitigen
empfangsbedürftigen Willenserklärung, gelangt der Verfasser S. 77 zu
der Untersuchung, wer erklärungs- und empfangsberechtigt ist. In
ersterer Beziehung fordert er im Falle der Stellvertretung einen gehörig
legitimirten Mandatar und fügt hinzu, daß die Kündigung des unbeauf-
tragten negotiorum gestor unwirksam sei. Auf eine Erläuterung des
§180 des B.G.B. hat sich der Verfasser nicht eingelassen. Sie mag
hier versucht werden.

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