Full text: Volume (Bd. 1 (1800))

lieber Verletzung, des guten Namens u. d. Ehre. 5
A * * * von seinen nüzlichen Bemühungen zur
Verbesserung der Arbeits - und Zuchthäuser
spreche, mich nicht des Ausdruks bedienen, er
habe sich dadurch einen unbescholtenen Ruf ge-
sichert. Wohl aber werde ich von dem guten
Namen eines Mannes sprechen, dessen stiller,
geräuschloser Tugend zwar die öffentliche Stim-
me nie huldigte, der aber auch durch keine auf-
serlich häßliche That die Ansprüche auf das Zu-
trauen und die Achtung seinerMitmenschcn ver-
wurkt hat. Die absprechendeUrtheilederMiß-
gunst , des Neides , der Lieblosigkeit, über un-
sere positive, erworbene Vorzüge, sind daher
nicht zu vermengen, mit dem absprechenden Ur-
teilen der Schmähsucht und Verläumdung
über den negativen Vorzug, einer Fähigkeit
zu einem rechtlichen und sittlichen Betragen.
Nur diese, nicht jene sind Verletzungen unseres
guten Namens.
Von diesen. Verletzungen sehr verschieden
sind Ehrenkrankunycn. Im Staat legt die
Einrichtung der bürgerlichen Gesellschaft dem
Menschen, als Gubjecr der Zwecke des Scaats
gewisse erworbene, oder vielmehr vom Staat
offcnriich anerkannte Vorzüge bey. Auf diese
Vorzüge gründet sich der Unterschied zwischen
ven in» und ausserhalb dem Staatsvereine be-
endlichen Menschen, zwischen Bürgern und
«remden, und der Unterschied derStande zwi-
schen erstem, daher bürgerliche Ehre, Ehre
des Standes, Amts und Rangs. Hierauf
sieht der Mensch in Ansehung des Rangs und
ver Kenntnisse, der Fähigkeiten und Vorzüge
oes Geistes und der Seele, nach dem sanktio-
nier» Urtheil des Staats auf einer gewissen
«tufe. Wer seinem Mitbürger diejeitige Ei-
genschaf.

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