Full text: Volume (Bd. 1 (1800))

2 i. ». Almendiogrn
gegen den, der unfern guten Namen durch üble
Nachrede beflekt hat. Injurien erzeugen Er«
bitterungen, und diese gar zu leicht Rechtsver-
letzungen in der bürgerlichen Gesellschaft. Sie
untergraben daher mittelbar die Ruhe der Bürt
ger, und daß sie nicht geschehen, muß eine der
angelegensten Sorgen der Gesetzgebung seyn.
Don der Würdigung der Zweckmässigkeit gesetz-
licher Sanktionen gegen den Injurianten m
fiaatspolizeyrechtlicher Hinsicht, kann daher
ebenfalls die Rede nicht seyn.
Aber sehr verschieden von den Grundsätzen
der Moral und Staatspolizep über Injurien,
sind die naturrechtlichen über den- nemlichen
Gegenstand. Ob ausser- und ohne den Staat
dem Geschmähten und Verläumdeten gegen sei-
nen Gegner irgend ein Zwangsrecht zustehe,
das hat man darum noch nicht zugegeben,
wenn man schon die Injurie für unmoralisch
und staatspolizeywidrig anerkannt hat. Es ist
auch für die Gesezgebungsphilosophie gar nicht
gleichgültig, ob Injurie alS ein natürliche-
oder positive- Verbrechen zu betrachten sey.
Nach Meiner Ueberzeugung ist sie ersteres nicht.
Der Rechtfertigung dieser Meinung sind diese
Blätter gewidmet. Mag sich gegen mich noch
so laut die Meinung der Menge erheben. Sub-
jective Wahrheit zu suchen und zu finden, ist
der höchste Beruf des Schriftstellers. Ihm
muß er jede Rüksicht, und selbst die Besorgniß
aufopfern, für einen Sonderling gehalten zu
werden.

Noch hat kein RechtSlehrer den Legrif
der Injurie richtiger dargestellt, als (BroU
man.

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer