Full text: Magazin für die Philosophie und Geschichte des Rechts und der Gesetzgebung (Bd. 1 (1800))

außer Gericht re.

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digkeit nicht ander-, al- durch Befriedigung
seines Gegner- habe au-weichen können. Wenn
die Ehre mir verbietet, weine Ansprüche durch
Hülfe der Obrigkeit zu verfolgen , wenn sie von
wir fordert, statt dessen, dem Gegner den Eid
anzubieten, so muß die Ehre auch den andern
nöthigen, diese Condition einzugehen oder mir
meinen Willen zu thun. Sonst hätte die Ehre
ungleiche Gesetze und da- streitet gegen da-
Grundgesetz der Identität, dem die moralisch«
Welt eben so nothwendig gehorcht, wie vieKör-
perwelt dem Gesetz der Schwere.
Ein Gebrauch kann mit höheren Zwecken
verglichen sehr unvernünftig seyn, aber nie eine
so grobe Inconsequenj, einen so auffallenden
innerlichen Widerspruch enthalten, Unvernunft
ist das Pradicat keines Menschen, wenn man
diese- Wort nach der Etymologie als die Nega-
tion der Vernunft versteht. Homo remxer
cum ratione insanit. Auch au- seinen aus-
schweifendsten Schimären und größten Rasereyen
leuchtet Vernunft hervor. Der Strahl diese-
Götterfunken- bricht sich in tausend Farben, schön
und häßlich, welche alle einem Lichte gehören.
Au- jener Nothwendigkeit wäre aber eine
rechtliche geworden, dader Prätor da- Geschäfte
zu einem kacro praetorio stempelte. Das Edikt
hätte ja sonst den Geist eines Institut« getödtet
das ee doch erhalten wollte. Wir finden aber
die Nothwendigkeit einer Einlassung nur bry
den gerichtlichen Eiden. Obwohl nun diese
in Institut sind, dem der Gebrauch der außer-
gerichtlichen willkührlichen Eide zum Vorbild
diente, so beweißt doch das Zeugniß der Ge-
L l 2 setze

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