Full text: Magazin für die Philosophie und Geschichte des Rechts und der Gesetzgebung (Bd. 1 (1800))

?$2 VII- von Almendingen
siheinen. Da- Resultat meiner Forschungen,
weit entfernt die positive Rechtrlehre mit neuen
Sätzen zu bereichern, macht sie nur ärmer. Statt
zuzeigen, war eigentlich die Verbindlichkeit, seinem
Gegner Beweiöurkunden gegen sich in die Hände
ju liefern, sey, worauf sie sich gründe, ob e- über-
haupt eine Verbindlichkeit gebe, ohne alle Rück-
sicht auf sein besonderes Interesse gegen seinen
Willen Urkunden hrrauszugeben? — habe ich
mein Bekenntnis rechtfertigen müssen, daß ich über-
all an keine solche Verbindlichkeit glaube. — Ich
bin von Grundsätzen der Hökern Rechtslehre, von
Elementarprincipien aurgegangen. Die Natur
der Sache zeigte mir, daß es nach den Grundge-
setzen derEigcnthumr uud der rechtlichen Freyheit,
unmöglich eine Verb'ndlichkeit geben könne, sei-
nen Gegner gegen sich selbst durch Urkunden zu be-
wafnen, daß nicht einmal in einer philosophischen
Rechtrlehre eine Verbindlichkeit, dem Freunde oder
dem Feinde Urkunden aurzuliefern, gegründet sey.
Diese- Resultat machte mich doppelt aufmerksam
auf die Frage, aus welchen Gründen man in dem-
jenigen System eines positiven Recht-, welche-
mit der meisten Konsequenz, fast allenthalben den
Forschungen der philosophischen Scharfsinn- über
rechtliche Verhältnisse, den Stempel der gesetzge-
benden Autorität aufdrückte, eine solche Verbind-
lichkeit habe hineininterpretiren können? Und
siehe da! — an der Stelle einer die rechtlich«
Freyheit desEigenthümer- bedrohendenPhantomr,
fand ich eine wohlthätige und nachahmung-wür-
dige Einrichtung, bey der Manipulation des rö-
mischen Prozesse-, eine Einrichtung, welche weit
weniger alr mancher Grundsatz de- römischen
Recht-, über dessen Anwendbarkeit gestritten wird,
verdient hatte, Antiquität zu werden; da w» ich
«ine

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer