Full text: Magazin für die Philosophie und Geschichte des Rechts und der Gesetzgebung (Bd. 1 (1800))

EidtSzuschitbung durch Ersehe tu beschränken? 279
cher darin bestchen soll, daß der Eid für Gefähr-
de alsdann nolhwendig Wegfälle, wenn der De-
ferent das jurandum schon kinigermaffen bewie-
sen, oder wenigsten« wahrscheinlich gemacht habe.
Bey diesem Rechtfertigung-grund« tritt das
nemliche ein, was ich oben bey dem ersten be-
merkt Hobe. Nemlich
1) setzt er etwas voraus, was in hundert Fas.
len unmöglich ist.
L) Ist dar vorausgesetzte wirklich vorhanden,
so kann der Lorch eil, den es bey dem einge-
schränkten Gebraucht der Eidesiuschiebung
gewahren soll, auch bey dem freiesten Ge-
brauche derselben erreicht werden. Kann
nemlich der Deferent bas jurandum schon
«inigermaffen beweisen, oder wahrscheinlich
machen, so darf kein Richter, der seine Pflicht
kennt und erfüllen will, den Eid für Ge-
fährde zulasten, da er hier ganz zwecklos
feyn würde. Wozu also der harte und un-
gerechte Umweg zu einem Ziele, das auf
dem geraden und gerechten Wege erreicht
werden kann und muß, sobald ein Richter
seine Pflicht erfüllt?
' Die-sind die hauptsächlichsten Rechtfertiguntzs.
gründe, welche man für diese Art der Beschrän-
kung der Eideszuschiebung anzuführen pflegt.
Mir scheinen sie aufferst schwach zu seyn. Wollte
man aber auch mehr Gewicht auf sie legen, oder
noch andere stärkere aufzufinden suchen, so würde
doch immer der Satz richtig bleiben, daß einzelne
Stile Seiten eine Sache noch nicht rechtfertigen
önnen. Denn wo ist wohl die so schlimme Sa-
che, die gar keine gute Seite hatte? Rur die
Vergleichung der Summe des Guten mit dem
Dösen,

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