Full text: Kritische Zeitschrift für Staatsregierung und Gesetzgebung (H. 2 (1817))

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haften, ähnliche Uebungen ohne Aufsicht treiben, und
sich Labei beschädigen, haben wir wohl vernommen,
nicht aber daß Knaben, denen daö Turnen erlaubt
ist, diese Erlaubniß zn anderen heimlichen Gängen
mißbrauchen,
Wenn dieses also wie aus der Schrift des
Herrn v. Könen zu entnehmen ist, jetzt mitunter ge-
, schießt, so' muß ein besondrer Grund dieser unnatür-
lichen Erscheinung vorhanden sein. Wenn alle Lehrer
Liebe,Ächtung und.Zutrauen derJugend erst in dem
Maaße besitzen werben, als der wackre Jahn, wird
dieser Uebelstand wohl aufhören.
Sobald der Staat die Nothwendigkeit anerkennt,
daß der werdende Staatsbürger ganz ausgebildet
werde, und.der Leib mit dem Geiste gleichen Schritt
halte, so giebk.es wohl andre Mittel die Turnübum.
. gen allgemein zu machen, als Zwangögesehe von oben
herab; und diese werden von dev preußischen Regie-
rung angewendek. Unpartheische Prüfung sachverstän-
diger Männer, und Worte an das Publicum gerich-
tet, wie die des Herrn v. Könen, werden sorgsame
Eltern beruhigen, und alte Frauen abhalten, sich
wenigstens nicht in Druckschriften über Männer Er-
ziehung auszulassen.
Wenn nun eine Regierung die hohe Nützlich-
keit der Turnübungen anerkennt, wie. dieses bei der
Preußischen der Fall ist, so muß sie auch dahin stre-
ben, denselben die größtmöglichste Ausdehnung zu
geben. Jede Stadt, jedes Dorf muß seinen Turn-
platz haben, so gut wie seine Schule. Wie bei den
Griechen muß leibliche und geistige Bildung wech-

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