Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 7 (1842))

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Runde:

Uebergabe, so kann es doch Gegenstand eines darauf gerichteten
Vertrags, einer obliZatio sein, der aber, wenn er den ganzen N a ch-
laß als solchen umfaßt, in einen wahren Erbeinsetzungsvertrag über-
geht^). Denn die ücrcäitas des Promittenten im römischen Sinne,
der Inbegriff aller von einem Verstorbenen nachgelassenen Rechte
und Verbindlichkeiten, ist ihrem wahren Begriffe nach von der suc-
cessio anticipata ausgeschlossen. Es muß neben letzterer immer
noch eine Beerbung in dem zu dem abzutretenden Gute nicht ge-
hörigen, so wie in dem später erworbenen Vermögen des Abtre-
tenden bestehen bleiben, deren Bestimmung durch eine Disposition
auf den Todesfall oder Zulassung der Inteftaterbfolge demselben
freisteht, sofern nicht mit der Gutsabtretung schon ein allgemeiner
Erbeinsetzungsvertrag über den gesammten Nachlaß des Abtretenden
verbunden wird 42). Der, welcher durch anticipirte Succession in
das gesammte Vermögen eines Lebenden eingetreten ist, wird da-
durch nicht Erbe des Verstorbenen43), und es liegt mithin in der Idee
der successio anticipata überall keine Ausnahme von dem Satze: vi-
ventis NON est hereditas. In diesem von mir schon früher 44) be-
schränkten Sinne widerstrebt die Annahme einer antieipirten Suc-
cession keineswegs den Grundlehren des Erbrechts 43).
8. 10.
Daher ist denn auch die successio anticipata nur eine Sin-
gularsuccession, keine per universitatem successio, auch wenn
der Gegenstand das ganze Vermögen des Abtretenden ist4^); denn
in der Regel wird nur die hereditas, der Nachlaß eines Verstor-
benen, juristisch als eine universitas in dem Sinne angesehen, daß
der Nachfolger den Vorweser vollständig repräsentirt und alle Schul-
41) v. Savigny Th. IV, S. 145.
42) Pfeiffer §. 15.
45) Rechtslehre von der Leibzucht II, §. 52.
44) Das. §. 5.
45) Wie Puchta §. HX, indem er ihr den Sinn einer wirklichen he-
reäitas unterlegt, allerdings mit Grund ausführt. In diesem Sinne
ist sie aber, so viel ich weiß, von keinem Germanisten genommen
worden und die Processe über diesen Gegenstand drehen sich, nach
meiner Erfahrung, am wenigste» um diesen Punkt. S. auch
Pfeiffer's Anticritik gegen Puchta in seinen Ausf. B. V, S. 592.
46) Rechtst, v. d.Leibzncht II, §. 54, einverstanden mit Puchta §.XX.

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