Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 7 (1842))

8. Ueber die gleichartige Entwicklung des römischen und deutschen Rechts

VI.
Ueber
die gleichartige Cntwicklung des römischen
und deutschen Rechts.
Von
F. W. Nnger.

Es ist nicht zu bezweifeln, daß in der Entwicklung des Rechts
aller Zeiten und Völker eine innere Nochwendigkeit herrscht, welche
theils durch die Natur des Rechtes selbst, theils durch die Eigen-
thümlichkeiten der Völker und der Verhältnisse, in welchen sie leben,
bedingt ist. Die Ueberzeugung von dieser Nothwendigkeit ist es,
welche das Bezeichnende der historischen Schule ausmacht, und welche
zugleich auf die rechte Mitte hinweist zwischen starrem Festhalten
an dem Ueberlieferten und unvorsichtigem Drängen nach blinder
Annahme dessen, was man augenblicklich als wünschenswerth zu
erkennen glaubt. Es scheint daher, als werde die Behandlung der
Rechtsgeschichte dann erst nach allen Seiten hin wahrhaft fruchte
bringend seyn, wenn sie das Nothwendige in dem Gange der Rechts-
entwickelung nachzuweisen strebt. Als Vorarbeit hierzu darf die ver-
gleichende Rechtsgeschichte angesehen werden, da diese am ersten
darauf hindeutet, welche Erscheinungen von dem allgemeinen Gange
aller Cultur, und welche von besondern Einflüssen der Nationalität,
des Clima's und anderer besonderer Umstände abhängen. Die fol-
genden Betrachtungen, welche die eine Seite einer solchen Verglei-
chung hervortreten lassen, mögen einen kleinen Beitrag zu dieser
noch kaum versuchten Behandlungsweise liefern. Sie haben sich dem
Verfasser bei dem Studium der römischen und deutschen Rechtsge-
schichte fast unwillkührlich aufgedrängt. Auf dem kleinen Raume,
den sie einnehmen, bescheiden sie sich, keinen größer» Anspruch auf
Beachtung zu machen, als er einer Zusammenstellung gelegentlicher
Gedanken zukommt.

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