Volltext: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 19 (1859))

16. Christian Friedrich Wurm, Professor der Geschichte in Hamburg, gestorben den 2. Februar 1859

XIV.
Christian Friedrich Wurm,
Professor der Geschichte in Hamburg,
gestorben den L. Februar 1859.

Obgleich Wurm nicht eigentlicher Rechtsgelehrter war, so hat
er es doch verdient, daß ihm auch in unserer Zeitschrift ein Blatt
der Erinnerung eingeräumt werde, nicht blos um dessen willen, waS
er in dem öffentlichen Rechte geleistet, sondern auch wegen der über-
aus thätigen Theilnahme, welche er der deutschen Entwicklung über-
haupt geschenkt, wegen der seltenen Frische des Gedankens, womit
er überall der vaterländischen Fragen sich bemächtigt und zu ihrer
Lösung beigetragen.
Wurm wurde geboren den 3. April 1803 zu Blaubeuren, wo
sein Vater damals als Professor am Seminar angestellt war. Im
Jahr 1804 wurde dieser an das Gymnasium zu Stuttgart versetzt,
und er starb daselbst den 23. April 1833. Das jüngste von drei
Geschwistern aus der ersten Ehe mit Friederike, geb. Liesching, ge-
storben 1814 (der um zwölf Jahre ältere Bruder Julius Friedrich
Wurm war Professor in Blaubeuren und starb 1839 als Stadt-
pfarrer in Waldenbuch) erhielt Christian Wurm seine wissenschaft-
liche Vorbildung unter den Augen des Vaters am Stuttgarter
Gymnasium, dessen zehn Abtheilungen er durchlief. Im Herbst
1820 in das evangelische Stift zu Tübingen ausgenommen, besuchte
er vier Jahre hindurch die Vorlesungen der philosophischen und
theologischen Fakultät. Schon hier zeigte er eine ungewöhnliche Leb-
haftigkeit des Geistes, einen offenen Sinn für das Leben und eine
seltene Begabung für verschiedenartige Kenntnisse, die auch über
das Gebiet des geistlichen Berufs öder des gewöhnlichen Lehrberufs
(das Stift bildet bekanntlich nicht blos Geistliche, sondern auch
andere Lehrer) hinausreichten. So eignete er sich rasch eine genaue
Kenntniß des Englischen an, im Umgang mit dem Engländer James

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