Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 19 (1859))

Grund- u. Hypothekenbücher in Frankreich u. Belgien. 225
Edit perpdtuel von 1611, in einem Elaeard vom 16. Septbr. 1673,
ferner für die unter dem Namen des Erane de EruZes bekannte
Chatellenie von Brügge tu Verordnungen vom 16. Okt. 1647 und
17. Septbr. 1648 t3). In dem zum deutschen Reiche gehörigen
Fürstbisthum Lüttich und in Stavelot waren Form und Wirkung
der Oeuvres de loi gleichfalls auf das Genaueste theils in den
Eeutumes, theils durch Verordnungen festgesetzt").
7) Wie für die Uebertragung des Eigenthums, so waren die
Oeuvres de loi in den pays de nantissement und ttl den belgischen
Provinzen auch für die Bestellung von dinglichen Rechten an frem-
den Sachen vorgeschrieben; sie waren erforderlich zur Constituirung
eines Nießbrauchs an Immobilien, zur Errichtung von Prädial-
servituten, zur Verleihung einer Emphytheuse, zur Belastung eines
Grundstücks mit Reallaften, namentlich mit Grundrenten (rentes
foncieres), sowie für die Gestattung von Unterpfandsrechten 15).
Was namentlich letztere betrifft, so schreiben schon die alten fland-
rischen Leuren des 12. und 13. Jahrhunderts vor, daß Pfand-
rechte auf Immobilien vor den Schöffen bestellt werden müßten
oder vor zwei Grundeigenthümern und daß dieß wirklich ge-
schehen, beweisen alte Pfandurkunden. Diesen Grundsätzen blieben
die späteren flandrischen Ooutumes getreu, wie sich aus den von
Britz S. 939 aufgeführten Bestimmungen einer großen Anzahl der-
selben ergibt. Das gleiche Recht galt auch in anderen belgischen
Provinzen, namentlich im Hennegau, sowie im Lütticher Land und
in Stavelot "). In den französischen pays de nantissement be-

13) Vgl. vegbewiet, Instit. an droit belgique. Lille 1736. S. 150. 276.
317. 323; Britz S. 908; Troploug S. 26.
14) Ausführlich handelt davon 8 o h e t Instit. de droit pour le pays de
Liege, Namur 1770. Liv. III. tit. I. § 89—135; hieran reiht sich eine
Darstellnng des in den Provinzen Namur u. Luxemburg geltenden Rechts.
15) Neri in V. Nantissement § II. N. I—IV und Hypotheque Sect. I. § V.
N. XIII; — Britz S. 923. — Meine französ. St. u. R.Gefch. II.
S. 411 u. 601; Schäffner III. S. 350.
16) S. meine flandrische St. u. R.G. III. S. 86—87.
17) Britz S. 941. 8ohet a. a. O. Deghewiet 2. 276. Merlin
V. Nantissement. Eigenthümliche Bestimmungen enthielt die Gesetzgebung
des Hennegaues; ein jüngerer belgischer Rechtsgelehrter schrieb eine eigene
Abhandlung darüber in den Archives de Legislation; Bruxelles 1838.
Zeitschr. f. deutsch. Recht. IS.Bd. 2. H. 15

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