Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 19 (1859))

5. Zur Lehre vom Connossement

III.
Zur Lehre vom Connoffement
von
Dr. Paul Huband zu Breslau.

Litteratur: bei Mittermaier, deutsches Privatrecht II. §. 545
und besonders §. 565, vorzüglich bei Wilda in Weiske's Nechts-
lericon III. S. 31 und bei Beseler, System des gemeinen
deutschen Privatrechts III. §. 252. Note 10.
Die juristische Conftruction des Besitzübergangs durch das Con-
nossement, die schon von so vielen Juristen versucht worden ist, ohne
daß ihre Ansichten Anklang gefunden hätten, ist vor einiger Zeit
wieder von Jhering in den Jahrbüchern für Dogmatik des Privat-
rechts I. S. 176 ff. auf geistvolle Weise unternommen worden. So
sehr aber seine scharfsinnige Ausführung anspricht, so wenig ist sie
geeignet, das juristische Räthsel zu lösen.
Nach Jhering ist das Connoffement eine Cession der Vindi-
cation von Seiten des Absenders der Waaren an den Destinatair.
Aus diesem Hauptgrundsatz sollen sich alle Eigenthümlichkeiten und
Wirkungen des Connossements erklären, so daß, obwohl, wie Jhe-
ring zugiebt, der Verkehr schwerlich an eine derartige Erklärung
des Instituts denkt, doch der Jurist dasselbe so construiren dürfe,
da alle Grundsätze, welche der praktische Verkehr in Betreff des
Connossements anerkannt habe, mit den Consequenzen jenes ober-
sten Prinzips vollkommen übereinstimmen sollen.
Sehen wir vorläufig von der Theorie, welche Jhering von
der Cession der Vindication selbst aufstellt ab, und lassen wir die
Richtigkeit derselben dahingestellt, so drängt sich uns doch die Frage
auf, in wiefern der Jurist überhaupt im Connoffement eine Cession
der Vindication finden könne.
Vorerst ist die Stellung des Schiffers nach dieser Theorie eine
juristisch höchst unklare. Die Ertheilung des Connossements an ihn

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