Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 6 (1841))

3. Die Reception des Römischen Rechts in der Mark Brandenburg und die Preußische Gesetzgebung vor König Friedrich II.

I.

Die Reception
des
Römischen Rechts in der Mark Brandenburg und die
Preußische Gesetzgebung vor König Friedrich II.
Von
Dr. E. A. Th. Laspeyres,
ordentl- Professor der Rechtswissenschaft ,u balle-

Mit welchem Eifer König Friedrich Wilhelm l. während
seiner ganzen Regierungszeit für die Verbesserung der Rechtspflege
in Preußen gesorgt habe, ist weder unbekannt, noch hat diesen Be-
mühungen rühmende Anerkennung gefehlt, wenn schon bisher die
Vorfriedericianische Gesetzgebung nur wenig erst für das Verständniß
des neueren Preußischen Rechts benutzt worden ist, um dieses so
mit den gemeinrechtlichen Einrichtuitgen und Normen näher zu ver-
knüpfen. Das Hauptziel fencv legislativen Bestrebungen war eine
bessere Gerichtsverfassung und eine Umgestaltung des Rechtsverfah-
rens durch Beseitigung eingeschlichener Mißbräuche und hergebrach-
ter Formalitäten. Daß eine Reform des materiellen Rechts nicht
außerhalb der Inteutionen des Königs gelegen hat, der Proceß-
gesetzgebung vielmehr die Ausarbeitung eines Landrechtö zur Seite
gehen sollte, ist zwar in mehreren Verordnungen ausgesprochen, die
Art und Weise aber, wie dies geschehen solle, nur unbestimmt
angedeutet worden; auch fand sich von Maaßregeln, welche zu die-
sem Bebufe wirklich schon damals getroffen wären, so wenig eine
Spur, daß es leicht erklärlich ist, wenn man in neuerer Zeit jene
Aeußerungen fast ganz übersehen hat, und König Friedrich den
Großen als den alleinigen und wahren Urheber jener umfassenden
Rechtsreform zu betrachten pflegt, welche wie für das Prozeßver-
fahren in der Allgemeinen Gerichtsordnung, so nach der materiellen
Zeitschrift f. deutsches Recht. 6. Vd. H. I. 1

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