Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 6 (1841))

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Laöpeyreö:

I. Geschichtliche Einleitung.
1) Mediatisirung der Reichs - Ritterschaft durch Auf-
lösung der Reichsverfassung und Stiftung des Rhein-
bundes.
8. 1.
Bei der Umwälzung, welche die Deutsche Reichsverfaffung mit
dem Verlust des linken Rheinufcrs und mit der im Lüneviller
Frieden definitiv beschlossenen, durch den Regensburger Reichs-
deputations-Hauptschluß vom 25. Februar 1803 in's Werk gesetzten
Säcularisation der geistlichen Territorien erlitt, war diesseits des
Rheines die unmittelbare freie Reichs-Ritterschaft glücklich noch —
vielleicht mehr, weil die Beute sicher, als. weil sic nicht erwünscht
schien — dem Schicksale entgangen, welches, gleich den geistlichen
Stiftern, unerwartet auch die Mehrzahl der freien Städte der Lan-
deshoheit derjenigen Reichsfürsten unterwarf, innerhalb deren Ge-
biete sie belegen waren. Während auf dem linken Rheinufer die
reichsritterschaftlichen Familien nicht einmal überall das Eigenthum
ihrer angestammten Güter retteten, blieb ihnen unter Deutscher Ho-
heit die seit Jahrhunderten genossene, persönliche wie dingliche, Reichs-
Unmittelbarkeit, nebst dem Besitze aller in den reichsritterschaftlichen
Gebieten zeither geübten landesherrlichen Gerechtsame; bei Ratifica-
tion des Regensburger Hauptschlusses bestätigte auch der Kaiser,
dem desfallsigen Reichsgutachten vom 24. März 1803 gemäß, aus-
drücklich den bisherigen Rechtszustand der Reichs-Ritterschaft in sei-
ner vollen Integrität 2j. Gleichwohl erfolgte noch in demselben
Jahre von Seiten mehrerer Deutscher Reichsstände, unter verschie-
denen, durch frühere Differenzen in reichster Auswahl dargebotenen
Vorwänden, eine eigenmächtige Occupation reichsritterschaftlicher
Gebiete, welche durch das, vom gesammten Corpus equestre bei
dem Reichs - Hofrathe ertrahirte mandatum conservatorium vom
23. Januar 1804 3j nur hie und da, und in sehr unvollständiger
Weise rückgängig wurde. Entscheidend aber wurde für die Reichs-

2) G. v. Meyer, Corp. jur. eonfoed. German. T. I. p. 73.
3) Schöll, histoire abregee des traites de paii etc. T. VII. p.

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