Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 2 (1839))

Hannoversche Verfaffungsfragen. 7
So wie Spittler (a* a. O. S. 51 f.) die Sache dar-
stellt, sollte man meinen, als ob erst in dem Erbschaftskriege
(1569 -1588) und der unmittelbar darauf gefolgten Handfeste
vom loten July 1588 1 2) sich die lüneburgischen Stände diese
und andere Freiheiten erkämpft hätten; allein die Rechte selbst
waren schon vor der Vereinigung meist da; wir wollen
nicht bis zum Jahr 1281 zurückgehen, wo Herzog Otto der
Strenge im entscheidenden Augenblicke, da er dem Feinde gegen-
überstand, sich der Treue der ihm gefolgten Untersassen wieder
dadurch versicherte, daß er ihnen ihre Rechte und Freiheiten zu
halten gelobtes. Was unmittelbar dem Erbschastskriege vor-
herging, beweist, daß nicht blos auf Seite der Ritterschaft, son-
dern auch auf Seite anderer Stände schon damals Rechte zu
sichern waren. Eine Urkunde Herzog Ludwig's v. I. 1355 ver-
sichert allen Ständen, namentlich den Prälaten, Freien, Dienst-
leuten, Rittern und Knechten, Rathmannen, Burgern und Bauern
ihre hergebrachten und verbrieften Rechte. Eine Urkunde Herz.
Ludwig's v. I. 1356 aller bekennt, daß 13 Räche aus den ver-
schiedenen Ständen (1 Prälat, 7 Ritter und 5 Rathöleute) von
Herzog Wilhelm zu Lüneburg gewählt, nach dessen Tod die lüne-
burgische Provinz mit ihm regieren sollen. Eine landesherrliche
Urkunde v. I. 1367 endlich sagt zu, daß im Falle eintretender
Erbfolge die Stände bei ihren Rechten, wie auch die Räthe und
Hosbedienten bei ihren Stellen gelassen werden sollen, und daß,
im Falle der Erstgeborne sich nicht zum Regenten schicke, die her-
zoglichen Räthe, und, falls diese nicht einig würden, die Städte
Braunschweig, Lüneburg und Hannover aus den rechten Erben

1) Jacob! a. a. O. S. 16 f.
2) Ghronicon Luneburgicum, bei Leibnitz, script. reeum Brnusv. T. III.
p. 176. Daselbst wird erzählt, daß Herz. Otto u. seine Gemalin Mech-
tilde, Prinzessin v. Baiern, der Stadt Lüneburg gute Privilegien und
Freiheiten gegeben und der Stadt und dem Lande zumal gnädig und
günstig gewesen. Ebenso wird schon Otto dem Kinde nachgerühmt,
daß er den Bürgern in den Städten und besonders der Stadt Lüne-
burg Freiheiten, Gerechtigkeiten und Privilegien gegeben, seine Unter-
saffen friedlich beschirmt, und daß das Land Lüneburg sich damals wohl
befunden.

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