Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 2 (1839))

Die Versorgung der Wittwen und Kinder u. s. w. 23
angesehen, daß Er selbst auch die niederen Adelsrechte in seiner Per-
son vereinigt, von einem adeligen Vater aber nach der Regel des ge-
meinen deutschen Rechts selbst mit einer bürgerlichen legitimen Mut-
ter adelige Kinder gezeugt werden. Es ist indeß noch weiter zu gehen
und mit Eichhorn zu behaupten, daß bei diesen Kindern nicht bloß
die unterste Stufe der Adelstitel und des Adelsranges in Betracht
zu ziehen sei, sondern diejenige, welche ihnen zur Zeit der eonstituir-
ten Versorgung oder eveutualitel- zur Zeit des väterlichen Ablebens
staatsrechtlich beigelegt war, indem regelmäßig die Alimentations-
pflicht sich nach denjenigen Verhältnissen regulirt, welche zur Zeit
des eintretenden Bedürfnisses bestehen, insbesondere nach den jedes-
maligen Standesverhältnissen, sofern sie nur nicht wider Willen des
Verpflichteten auf eine unerlaubte Weise verändert werden *), was
besonders von einem Souverain, der seinen Kindern AvelStitel er-
theilt, nicht gesagt werden könnte. Der von Moser gebrauchte, der
Wahlcapitulation entnommene Grund, daß nämlich Standeserhö-
hungen nicht in praejuäioium der Agnaten geschehen Dürsten, bezieht
sich bloß auf die Rechte der Ebenbürtigkeit, ohne in anderer Art dem
Souverain Schranken zu setzen; und aus keinen Fall läßt sich sagen,
daß höhere Adelstitel legitimer Kinder aus ungleichen Ehen der
Ehre des fürstlichen Hauses, wenn sie diesem selbst nur nicht gleich
gestellt werden, Eintrag thun würden.

') Thibciut Pand. tz. 243.

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