Full text: Sächsisches Archiv für bürgerliches Recht und Prozeß (Bd. 1 (1891))

36. Literatur

36.1. Dr. Cohen, die volkswirthschaftliche Bedeutung des Abzahlungsgeschäfts

36.2. Dr. Seitz, die Alimentationspflicht des außerehelichen Erzeugers nach gemeinem Recht

36.3. Höhne, die gesetzliche Regelung der Raten- und Abzahlungsgeschäfte

36.4. Hausmann, die Veräußerung beweglicher Sachen gegen Ratenzahlung (sog. Abzahlungsgeschäft) nach Preuß. A.L.R. und dem Entwurfe eines B.G.B.'s für das Reich

Literatur^. 81Ö
III Kitemtur.
Besprechungen.
Dr. jur. Georg Seitz in Regensburg: Der Alimentationspflicht -es außerehlichen
Erzeugers nach gemeinem Recht. München, 1891. I. Schweitzer. 32 S. Preis IM.
Eine sehr sorgfältig und klar geschriebene Abhandlung, welche im Gegensatz zu der in
Bayern herrschenden Deliktstheorie, den Rechtsgrund der Alimentationspflicht in der wirklichen
Vaterschaft des außerehlichen Erzeugers in der natürlichen Verwandtschaft des Letzteren mit dem
Kinde erblickt und von diesem Gesichtspunkte aus die Lösung der zahlreichen Streitfragen
zu gewinnen sucht. Gerade weil Seitz sich hierin mit dem Entwürfe zum d. B.G.B. begegnet,
ist es doppelt zu bedauern, daß er seiner nur in drei kleinen Anmerkungen (S. 7, 14 und 30)
mit wenigen Worten Erwähnung gethan und auf die besonders eingehende Begründung der
>§ 1568 bis 1578 des Entwurfs anscheinend keine Rücksicht genommen hat. Seine Arbeit
würde sonst gewiß auch für die nicht gemeinrechtlichen Gebiete und für die Zukunft an un-
mittelbarem Interesse und an praktischem Nutzen gewonnen haben.
Wenn übrigens Seitz S. 10 und 26 Note 1 die Füglichkeit schon vor der Geburt des
Kindes gegen den Erzeuger die Anerkennungsklage anzustellen und den Letzteren im Wege
der einstweiligen Verfügung in Anspruch zu nehmen bestreitet (während er doch selbst S. 31
beim Abschluß eines Schweigvertrags zwischen Mutter und Erzeuger vor der Entbindung
die Mitwirkung eines Vormunds für die Leibesfrucht fordert), so dürste er sich weder mit
dem geltenden Recht (Windscheid $ 52; Motive zu § 1741 des Eutwurfs) noch mit den Be-
dürfnissen des Lebens in Einklang befinden. Die letzteren können gegen den Schwangerer,
der sich seinen Verpflichtungen durch heimlichen Austritt zu entziehen sucht, schon vor der
Geburt des Kindes den Erlaß von Arrest oder einstweiliger Verfügung, ja selbst der An-
erkennungsklage rechtfertigen. Freilich auch nach der Geburt des Kindes dürste, mindestens
außerhalb der großen Städte, die Quintessenz aller obervormundschaftlichen Weisheit auf die-
sem Gebiete viel weniger in der Anregung von Alimentenklagen als darin bestehen, Heiraths-
bureau im besten Sinne des Worts zu sein, d. h. durch hartnäckigste Beförderung der Ehe-
schließung zwischen den natürlichen Eltern den Kindern zu Vätern und der menschlichen Ge-
sellschaft zu nützlichen Mitgliedern zu verhelfen, die sonst mit verhältnißmäßig großer
Wahrscheinlichkeit dem Laster und Verbrechen anheimfallen würden.
Amtsr. Scheuffler, Johanngeorgenstadt.
1. Rechtsanwalt Hausmann, Berlin: die Veräußerung beweglicher Sachen gegeu
Ratenzahlung (sog. Abzahlungsgeschäft) nach dem Preuß. A.L.R. und dem
Entwürfe eines B.G.B. für das d. Reich, un'ter Berücksichtigung des österreichischen
Gesetzentwurfs betr. „die Veräußerung beweglicher Sachen gegen Ratenzahlung". Berlin,
1891. R. v. Decker's Verlag. 201 S. Preis 4 M.
8. Dr. Arthur Cohen: die volkswirthschastliche Bedeutung des Abzahlungsge-
schäfts. Leipzig, 1891. Verlag von Duncker & Huniblot. 187 S. Preis 3 M. 80 Pf.
8. Amtsgerichtsrath Höhne, Berlin: die gesetzliche Regelung der Rate«, und Ab-
zahluugsgeschäfte. Berlin, 1891 bei Sieinenroth & Worms. 144 S. Preis 3 M.
Mit keinem juristischen Probleme beschäftigt sich wohl gegenwärtig die öffentliche
Meinung lebhafter als mit der Frage der Abzahlungsgeschäfte. Fast jedes anständige
Zeitungsblatt theilt in kurzen Zwischenräumen haarsträubende Fälle mit, in denen hartherzige
K3*

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