Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 11 (1847))

6. Deutsches Gerichtsverfahren im 17. Jahrhundert : Nachgewiesen aus den Verhandlungen und Entscheidungen der Gohgerichte und des Landgerichts des Amts Hoya

III.

Deutsches Gerichtsverfahren im 17 Jahr-
hundert.
Nachgewiesen aus den Verhandlungen und Entscheidungen der Gohgcrichte
und des Landgerichts des Amts Hoya
v o n
Dr. Heinrich Albert Oppermann,
Advokat in Hoya.

Wie einst die Weserbewohner unter Wittekind sich am hartnä«
ckigsten gegen Karl den Großen und die Einführung des Zehnten,
wie der christlichen Religion wehrten, so hat später das deutsche
Recht und deutsches Gerichtsverfahren sich an der Weser viel lan-
ger und hartnäckiger gegen das Eindringen des Römischen Rechts
und des heutigen Proceßrechts gewehrt, als man gewöhnlich an-
nimmt.
Ich glaube in dem Folgenden Zeugniß liefern zu können, daß
das echte Ding in der Grafschaft Hoya, wenigstens in dem
Theile derselben, welcher das jetzige königl. Amt Hoya (mit etwa
20,000 Ew.) bildet, bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts, in ziem-
lich reiner Form fortbestanden hat. Es bestanden dort bis 1655
wenigstens ordentliche öffentliche Gerichte, bei denen alle
Hausgesessenen erscheinen mußten, um Recht zu geben und
zu nehmen, und wurde bei diesen Land- oder Gohgerichten in
der Regel nicht nach Römischem Recht, sondern meistens nach altem
sächsischen Rechte Urtheil und Recht gefunden.
Ich bin überzeugt, daß, wenn man in den Registraturen der
Hoyaischen Aemter Diepenau (jetzt 5685 Ew.), Ehrenburg
(15,515 Ew.), Freudenberg (4517 Ew.), Harpstedt (5551 Ew.),
Siedenburg (1802 Ew.), Stolzenau (15,679 Ew.), Syke (17,409 Ew.),

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