Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 11 (1847))

Duncker:

Grundzinsen die Rede sein; denn es versteht sich von selbst, daß
die für diese geltenden Grundsätze auf Frohnden rc. gleichmäßig An-
wendung leiden.
Zur leichteren Verfolgung des Entwickelungsganges, den die
verschiedenen Ansichten genommen, habe ich dieselben im Ganzen in
chronologischer Ordnung auf einander folgen lassen.
Eine ausführliche Zusammenstellung der Gründe, welche für
uud wider unsere Frage geltend gemacht sind, ist noch nicht versucht
worden; vielleicht gelingt es mir, durch eine vollständige Darlegung
des status causae atque controversiae eine Verständigung, welche
bei dieser wichtigen Streitfrage so wünschenswerth ist, zu vermitteln.

Erster Abschnitt.
Darstellung und Prüfung der Ansicht, daß eine Reallast durch
Vertrag neu begründet werden könne.
§. 1. Vre Neallast als hypothekarische Forderung betrachtet.
Die älteste, besonders den französischen und spanischen Juristen
geläufige Ansicht über das Wesen der Reallast ist die, daß derselben
ein Forderungsrecht zum Grunde liege, zu dessen Sicherheit die
belastete Sache als Hypothek verhaftet sei *). Die Anhänger
derselben lassen natürlich den Vertrag als Entstehungsgrund zu. Allein
diese Ansicht verwandelt die Reallast in ein von Grund aus davon
verschiedenes Rechtsverhältniß. Man kann daher eigentlich nicht
einmal sagen, daß jene Juristen die Entstehung einer Reallast
durch Vertrag für zulässig gehalten hätten; denn dasjenige Rechts-
verhältniß, welches sie eine Reallast nennen, ist ein wesentlich anderes.
(S. jedoch §. 13. Absatz 3.)
§. 2. Die Neallast unter den Vegriff der Servituten
gestellt.
Vornehmlich seit dem siebenzehnten Jahrhundert gelangte eine
andere Ansicht zu allgemeinem Beifalle, welchen sie auch bis zum

, l) M e i n e Reallasten §. 3*

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