Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 11 (1847))

13. Das Recht der Actiengesellschaften

X.
Das Recht der Actiengesellschaften.

V o n
Dr. Julius I o l 1 y
in Heidelberg.

Einleitung.
Das Thema, welches den Gegenstand der folgenden Abhand-
lung bildet, wird einer Empfehlung kaum bedürfen; es bietet des
praktischen und des wissenschaftlichen Interesses so viel dar, daß ihm
schon seit einiger Zeit von verschiedenen Seiten her die Auf-
merksamkeit zugewendet wurde, ohne daß es gelang, auch nur
in den Hauptpunkten Uebereinstimmung zu erzielen. Je dringender
aber die klare und bestimmte Erkenntniß der Natur eines Institutes
ist, das mit jedem Tage eine ausgedehntere Herrschaft in allen Be-
ziehungen unseres Verkehrs erlangt: desto leichter wird jeder Ver-
such, zur Erreichung des angestrebten Zieles nach Kräften beizutragen,
eine wohlwollende Aufnahme finden. Es gehört das in Frage
stehende Verhältniß zu denjenigen, an deren Bearbeitung die Kraft
unserer eigenen, vaterländischen Jurisprudenz sich erproben, an denen
sich zeigen muß, wie weit wir, des römischen Führers beraubt, auf
der nicht leicht zu findenden Bahn klarer juristischer Anschauungen
zu wandeln vermögen. Es können die Actiengesellschaften mit allen
ihnen heutzutage unzweifelhaft zukommenden Eigenthümlichkeiten an-
erkanntermaßen nicht direct unter römische Rechtsregeln gestellt wer-
den, sondern sie folgen in vielen und gerade den wichtigsten Punkten
nur ihren eigenen Grundsätzen. Durch die jeweils Betheiligten find in
Form von s. g. Statuten für alle einzelnen Actiengesellschaften zahlreiche
Normen aufgestellt, welche freilich zunächst immer nur über die Rechte
und Verbindlichkeiten in dem gerade vorliegenden Falle sich aussprechen,
aber doch als eben so viele Erklärungen der Partheien über dasjenige,
Zeitschrift f. deutsches Recht. >i. Bd. 2. -h. 21

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