Volltext: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 11 (1847))

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Souchay:

gene wohnt (oder der Aussteller, wenn von eigenen Wechseln die
Rede ist, oder der Domiziliat, wenn von domizilirten Wechseln die
Rede ist), könnte der Wechsel zahlbar seyn? Es wird Niemand so
leicht einen Wechsel auf einen Bezogenen annehmen, dessen Wohn-
ort nicht bekannt, oder angegeben ist. Man muß sich aber hüten,
zu viele Punkte, oder solche Punkte als wesentlich hinzustellen, die
zufällig einmal in der Aufzeichnung vergessen werden können, ohne
daß hierdurch die Natur des Wechselgeschäfts irgend wie verändert
würde. Wenn der Wohnort des Bezogenen, oder Domiziliaten nicht
angegeben ist, so muß dieses mehr für einen Fehler des Ausstellers
angesehen werden, als des Inhabers, und dennoch wird, wenn man
eine solche Angabe für ein ^sentisle erklärt, da, wo es vergessen
ist, der Inhaber darunter leiden und nicht der Aussteller. Denn,
wenn ein solcher Wechsel kein Wechsel ist, so kann deßhalb gegen
den Aussteller kein Wechsel-Regreß ergriffen werden. Etwas An-
deres ist z. B. die Angabe einer bestimmten Geldsumme, als
Gegenstand der Zahlung. Wo es hieran fehlt, da ist die Anwen-
dung der Wechselgesetze überhaupt mißlich.
In Hinsicht auf die Unterschrift des Ausstellers ist in dem säch-
sischen Entwurf §. 26. noch beigefügt:
„die Unterschrift des Ausstellers geschieht mit der Handelsfir-
ma, oder mit seinem rechten Namen. Die Beisetzung der
Vornamen ist nicht erforderlich."
Der Antrag auf eine Abänderung dahin, daß Vor - und Zu-
name genannt werden müßten, wurde beseitigt, weil es sich hierbei
weiter fragen würde: ob diese Vor- und Zunamen aus zu sch rei-
ben seien? ob eine noch deutlichere Bezeichuung geschehen müsse,
wenn zwei Kaufleute etwa auch diese Vor- und Zunamen gemein-
schaftlich hätten? u. s. w. Man überzeugte sich, daß die Förmlich-
keiten zwar in dem Wechselgeschäft streng beobachtet, eben darum aber
Nicht allzusehr gehäuft und erschwert werden müssen (s. die Mitthei-
lungen S. 620 — 624 und vgl. die übereinstimmenden Verfügungen
der Bremer W.O. 5, e. des Braunschw. E. 8.4. Nass. E. 8.157, 2.
Meine Bemerk, zu den Wechselges. der fr. Stadt Frankfurt S. 15).
In allen den angeführten Entwürfen und Gesetzen ist überein-
stimmend die Bestimmung des Cocte de commerce Art. 110, daß
der Wechsel wesentlich ein Bekenntniß hinsichtlich der Valuta enthal-
ten müsse (la valeur fournie en especes, en marchandises, en com-

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