Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 11 (1847))

8. Erörterungen und Betrachtungen über Gewissensfreiheit

Erörterungen und Betrachtungen
über
Gewissensfreiheit.
Von
W i L - a.

„Gewissensfreiheit ist der laute Schrei
der gebährenden Zeit. — Wer die
Macht der eine Zeit beherrschenden
Idee verachtet, der hat sich um sein
geschichtliches Erbtheil gebracht."
Rudelbach.
In allen neuern Verfaffungsgesetzen wird unter den, den Staats-
bürgern oder Landeseinwohnern zugesicherten, Rechten „Gewis-
sensfreiheit" als eines der ersten genannt. Schon dadurch würde
sich die Wahl des Gegenstandes, mit welchem wir uns hier beschäf-
tigen wollen, insbesondere auch zur Behandlung in dieser, dem
deutschen Staats- wie Privatrecht gewidmeten, Zeitschrift genugsam
rechtfertigen, wenn auch nicht die Frage: was unter Gewissens-
freiheit in unseren Gesetzen verstanden worden? und insbesondere,
welche Bedeutung und Ausdehnung jenem Rechte gegeben werden
müßte? eine in den letzter» Jahren fast von Tag zu Tage steigende
Bedeutung erhalten hätte. Auch ist die Wahl kaum eine ganz freie
und absichtliche gewesen. Vorgänge in unserem Vaterlande, insbe-
sondere auch in der nächsten Umgebung des Verfassers, Bewegungen
und Kämpfe, bei welchen fast schon Niemand mehr ganz unbethei-
ligt oder unentschieden bleiben kann, drängten gleichsam schon vor
mehr als l*/r Jahren, einige Bemerkungen niederzuschreiben. Doch
bevor der Verf. noch zu Ende gekommen war, genügte das Nieder-
geschriebene nicht mehr; der Stoff war unter den Händen gewach-
Zeitschr. f. deutsches Recht n. Bd. a, 11

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