Volltext: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 13 (1852))

Ueber die Regalität des Torfes. 22h
— eine anerkannte Auktorität im Gebiete der Bergrechtswiffenschast
— zu einiger Klarheit und Bestimmtheit gelangt, hauptsächlich mit-
telst der Unterscheidung zwischen mehreren ganz verschiedenen Torf-
arten, unter denen er insbesondere den Pflanzentorf, als ein mit
bergölig- oder pechiger Erde mineralisirtes Gewürzel von Gräsern
und Sumpfgewächsen, dem Bergtorfe, dessen hauptsächlichster Stoff
in Bergpecherde bestehe, gegenüberstellt, und ersteren weiter in Heide-,
Rasen- oder Wurzeltorf, welcher mit unvermoderter Heide, Laub,
Gras, zarten Wurzeln und Blättern durchwebt sei, und Sumpf-
oder Moortorf, welcher aus einer klebrigen, mit verfaulten Kräutern
vermischten, Masse bestehe, unterscheidet 5 6). Der Heide- oder Ra-
sentorf ist es, welcher am gewöhnlichsten in den von dem Meere
entfernter liegenden Gegenden von Deutschland auf ebenen Flächen
vorkommt. Die Frage, ob der Torf nachwachse, beantwortet der
genannte Schriftsteller bejahend aus Gründen der Vernunft und
Erfahrung (S. 89); verneint dagegen die Frage: ob derselbe zu
den Regalien gehöre, mit Rücksicht auf dessen Ursprung aus dem
Pflanzenreiche, und weil er meist aus Erdgewächsen bestehe; wiewohl
es sichE aus Gründen des gemeinen Nutzens allenfalls rechtfertigen
lasse, wenn der Torf in manchem Staaten den Regalien an die
Seite gesetzt werde, indem die im Eigenthume der Grundherrn ver-
bleibenden Torfbrüche entweder ganz vernachläßigt oder nicht regel-
mäßig behandelt würden (S. 466 f.). Noch bestimmter hat sich
jedoch derselbe Schriftsteller späterhin in seinem größeren Werke über
die Berg- und Salzwerkskunde«) dahin ausgesprochen, daß die
Torfbrüche nicht zu den Bergwerken gezählt werden könnten, weil
sie nicht kunstmäßig in die Erde gegraben würden, und der Torf
in dem Gewächsreiche entstehe; daher sie auch in den wenigsten
Reichslanden zum Bergregal gezogen würden. Unter den zahlreichen
neueren Schriftstellern, welche sich mit der Entstehungsart und Be-
schaffenheit des Torfes beschäftigt haben, verdient die oben (S. 223)
schon envähate Abhandlung von Wieg mann, welche von derBer-

5) Im Wesentlichen findetmay dieselben Unterscheidungen in Suckow'S
Anfangsgründen der Mineralogie. Th. n. S. 589.
6) Th. XL Abth. I, das deutsch« BergstaatSrecht enthaltend. S. 5.
und 45.

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