Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 13 (1852))

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B. W. Pfeiffer:
mehr oder weniger durchzogenen, Pflanzen bestehende Substanz de-
fim'rt, doch die Stellung desselben in der Naturgeschichte unter die
Mineralien für die passendste. Wie aber selbst unter den noch jetzt
lebenden Bergwerkskundigen über die Entstehung und Fortbildung
des Torfes, sowie über die materielle Beschaffenheit des Stoffes,
woraus derselbe besteht, wovon gleichwohl dessen Regalität vorzugs-
weise für abhängig gehalten wird, noch keine unbedingte Ueberein-
stimmung herrsche, ergibt eines von den in dem Rechtsfalle N. 1.
(unten) eingeforderten und erstatteten Gutachten mehrerer der be-
währtesten Sachkundigen Ln diesem Fache (N. 5.), in Vergleichung
mit allen übrigen. Und daß auch durch die Gerichtspraris bis in
das letztverfloffene Iahrzehend sich noch kein allgemein anerkanntes
Princip über die Regalität des Torfes ausgebildet habe, beweisen
die beiden dieser Abhandlung beigefügten Rechtfälle, in welchen
von dem kurhessischen Staatöanwalte die positive Behauptung dieser
Regalität bis zur höchsten Instanz hin verfolgt, in dieser jedoch
auf den Grund einer umständlichen Beweisführung sowohl in Be-
ziehung auf das bergrechtliche Princip im Allgemeinen, als über ein
partikularrechtlich darüber entscheidendes Herkommen für ungegrün-
det erklärt wurde 3). Schon diese Lage der Sache dürfte eine noch-
malige Erörterung der Aufgabe des vorliegenden Aufsatzes wohl
rechtfertigen.
Die in den älteren, der Lehre von dem Bergbau gewidmeten,
Schriften vorkommenden sehr schwankenden Begriffe über das ei-
gentliche Wesen des Torfes und die daraus auf die Regalität des-
selben gezogenen Folgerungen sind vorzugsweise durch v. Cancrin*)
5) Diese beiden Rechtsfälle sind zwar bereits in Strippelmann's
Sammlung bemerkenswerther Entscheidungen des Oberappellations-
gerichts zu Cassel. Th. IV. S. 126 ff. vollständiger, als solches dem
gegenwärtigen Zwecke entsprechen würde, mit voransgeschickter wis-
senschaftlicher Einleitung, ausgenommen worden; allein sowie letz-
tere eine vollständige Benutzung der, zumal neueren, Literatur ent-
behrt, vermißt man auch bei der Mittheilung der gerichtlichen Ver-
handlungen die nähere Angabe des Inhalts der vorerwähnten
Gutachten, denen gleichwohl ein ganz vorzügliches praktisches In-
teresse für die gemein rechtliche Auffassung der betreffenden Streit-
frage zugestanden werden muß.
4) Kleine technologische Werke. Bd. I. S. 71 ff.

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