Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 13 (1852))

8. Ueber die Beschränkungen des Eigenthümers eines der Hutegerechtigkeit unterworfenen Grundstücks in Beziehung auf die Kultur desselben

VI.

Heber die Beschränkungen des Cigenthümers
eines der Hutegerechtigkeit unterworfenen Grundstücks
in Beziehung auf die Kultur desselben.
Von
Dr. N. W. Pfeiffer,
Oberappellationsrath a. D. in Cassel.

Die Hutegerechtigkeit kommt unter dem Namen des Jus pascendi
schon im römischen Rechte vor, und wird von den Schriftstellern
über diesen Rechtötheil unter den in den römischen Rechtsquellen
ausdrücklich genannten Prädial- Servituten mit aufgeführt. Allein
diese namentliche Erwähnung, wodurch im Allgemeinen der Charakter
der Hutegerechtigkeit als einer Servitut der vorgedachten Art seine
Bestimmung erhält, ist auch das Einzige, was eine, noch setzt fort-
dauernde, Verwandtschaft derselben mit dem römischen Rechte begrün-
det, indem dieses irgend eine nähere Angabe über deren Inhalt,
Umfang und Ausübungsweise entbehrt In dieser Hinsicht er-
hielt die Hutegerechtigkeit eine genauere Ausbildung erst durch die
Anwendung des römisch-rechtlichen Jus pascendi auf die landwirth-
schaftlichen Verhältnisse der neueren Zeit 1 2), und trat solchergestalt

1) „Das Recht der Weide' (Jus pascendi, jus pascui) hat bei den Rö-
mern keine genauere Theorie:" Schweppe, röm. Privatrecht.
IV. Ausg. B. I. § 290.
2) „Die Hut- und Weidegerechtigkeit, über die das römische Recht
keine specietten Grundsätze enthält, hat im deutschen eine sehr in's
Einzelne ausgebildete Theorie:" Puchta, Pandekten. III. Auff.
§ 185. Note I. Vergl. Göschen, Vorlesungen über das Civil-
recht. 23. II. § 305. S. 254. Weiske, Handbuch des Landwirth-
schaftsrechts § 140.
Zeitschrift für deutsches Recht >r. Bd. H.

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