Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 12 (1848))

10. Der Sachsenspiegel und das Bergregal

VIII.

Der Sachsenspiegel und das Bergregal.

Don

Julius Weiske.

In Bd. X. S. 62 u. ff. dieser Zeitschrift findet sich von Sachße
eine interessante Abhandlung „über das Alter des Sachsenspiegels."
Da diese zum Theil gegen die von uns früher ausgesprochene An-
sicht über das Alter des gedachten Rechtsbuches ist, so könnten wir
Veranlaffung nehmen, uns über denselben Gegenstand nochmals zu
verbreiten. Wir thun dieß aber nicht, und zwar schon deßhalb nicht,
weil wir glauben, daß dieser Streit dem größeren juristischen Pub-
likum ein unerquicklicher erscheinen möchte. Nur das Eine bemer-
ken wir, daß, wie schon von Anderen erinnert wordbn, es nunmehr
auf dem Gebiete der Forschungen über den Sachsenspiegel an der
Zeit sein dürfte, in ähnlicher Weise, wie dieß hinsichtlich der libri
fetidorum geschehen ist, auf die einzelnen Bestandtheile und
die Zusammensetzung des Rechtsbuches das Augenmerk zu richten,
was keineswegs blos für die Ermittelung des Alters desselben von
Bedeutung sein würde.
Der Sachsenspiegel ist unserer Ueberzeugung nach ursprünglich
ein weit kleineres, lateinisch geschriebenes Rechtsbuch gewesen, wel-
ches erst mit dem Art. 4. des Buches 1 begann (dieß wird auch
durch Handschriften unterstützt) und etwa mit der Mitte des zwei-
te» Buches endete, oder wenigstens mm da an im wesentlichen aus
späteren Nachträgen besteht.
In dieses kleinere Rechtsbuch ist Manches später eingeschoben
worden, was wir schon aus der Quedlinburger Handschrift ersehen,
und dahin dürste auch I. 25. gehören (vgl. Beseler, deutsches Pri-

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