Full text: Themis <Göttingen> (Bd. 1 (1828))

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der Lehre vom Nothwcge.
cher allgemeinen Rechte als eine jemanden zugefügte
Injurie. So heißt es in der I. 13, §.-7. D. De
injuriis (47, 10 ): „Ingredi quis agrum alie-
num prohiberi potest“ ; und 1. 11. C. De. Ser-
vitut. (3, 34.): „Per agrum quidem alienum,
qui servitutem non debet, ire vel agere vicino
minime licet.“ So aber auch 1. 14. 0 De con-
trahenda empt. (4, 38.): Gravis haec videtur
injuria, quae inani honestatis colore, velatur,
ut homines de rebus suis facere aliquid cogan-
tur inviti“ 5 tmb 1. 11. C. e. t.: „Invitum com-
parare vel distrahere postulantis desiderium,
justam causam non continet*“
Dagegen liegt es auch in dem natürlichen Rechte
der Selbsterhalt,ung und der Eigenthumsvertretung,
daß, wenn die Existenz oder Integrität unserer Person
oder unsers Eigenthums unmittelbar gefährdet ist,
wir zum Schutze derselben die nothwendigen geeigne-
ten Maßregeln treffen dürfen, ohne daß. uns, selbst
wenn wir das strenge Recht anderer verletzen, dar-
aus ein Vorwurf gemacht werden darf*). Auch die-
1) Dies gilt selbst dann, wenn andere sich zugleich über
unverschuldet erlittenen Vermögensnachtheil beschweren-
können; nur daß in diesem Falle eine Verpflichtung zur
billigen Vergütung desselben sich von selbst versteht. Ins-
besondere gilt es aber, wenn bloß über Verletzung de§
formellen Rechts geklagt wird, indem dieses jeder auf
Aequitas beruhenden Modisication rechtmäßig unterworfen
wird, mag nun diese unmittelbar eintreten, oder durch
den Prätor und das von ihm geleistete Auxilium aequi-
tatis bewirkt werden. '

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