Full text: Themis <Göttingen> (Bd. 1 (1828))

gewinnen dürften. — Betrachten wir nun diese und
andere,'wohl schwerlich ganz abzuläugnenden Mängel
unserer heutigen Rechtswissenschaft und Rechtspflege,
und erwägen wir, daß accademischen Juristen die
wissenschaftliche Fürsorge für diese vor allen nahe liegt;
so mochten wir glauben, daß es der Unterzeichneten
Redaction nicht verargt werden kann, wenn sie ge-
lehrte und practische Juristen Deutschlands zur Theil-
nahme an der „Themis, einer Zeitschrift für
practische Rechtswissenschaft" auffordert, in
der Hoffnung, daß durch die Herausgabe dieser Zeit-
schrift zur Abstellung jener Uebelstände, und zur' -Be-
gründung einer practischen Rechtswissenschaft Deutsch-
lands mitgcwirkt werden dürste. In dieser Hinsicht
erlaubt sie sich, ihre Ansichten und Wünsche in Fol-
gendem noch näher zu bezeichnen, wenn gleich sie
den in Zukunft noch klarer zu erkennenden Bedürf-
nissen nicht vorgreifen will.
1. Alle Mitthcilungen sind lediglich für practi-
sche Rechtswissenschaft bcsiimmt, und beziehen sich
daher unmittelbar auf. unfern gegenwärtigen Rcchts-
zustand und dessen Pflege.
2. Wo geltende Grundsätze aus. den Rechtsquel-
len oder aus der Geschichte zu entwickeln sind, wer-
den die exegetischen und geschichtlichen Studien nur
in so weit mitgetheilt, als es zur klaren Einsicht in
das practisch geltende Recht unumgänglich erforderlich
ist. Dasselbe gilt von dem, was zur Erläuterung
einer noch bestehenden bcsondern Rcchtsgewohnhcit
oder eines eigenthümlichen Localrechts bcigebracht wird.
3. Wenn controverse Materien oder vorzugs-
weise auf Praxis und Gerichtsgebrauch beruhende
Lehren abgehandelt werden, oder wenn abweichend
von den seitherigen Ansichten eine neue Theorie quel-

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