Volltext: Themis <Göttingen> (Bd. 1 (1828))

312 XI. Spangenberg, von der Verpflichtung
^ ' II,
„Fm Jahre 1812 erhält der Kaufmann A. zu
Hannover von dem Kaufmann B; zu Hildesheim
zwei Colly's Waaren, mit dem Aufträge solche zur
Disposition des Kaufmanns 6. zu 2. zu stellen.
Nach Ankunft der beiden Colly's in Hannover, findet
sich daselbst ein Sohn des Kaufmanns. C. ein, der
zugleich dessen Handlungsgehülfe ist, auch für den-
selben Einkäufe auf der Brannschweiger Messe macht,
und fordert Namens seines Vaters und Principals
die Auslieferung der Waare, welche ihm von dem
Kaufmann A. verabfolgt wird. Es entsteht nun die
Frage: War der Kaufmann A. berechtigt, die Waare
dem Sohne des Kaufmanns 6., welchen er als des-
sen Handlungsdiener kannte, abzuliefern, oder war
hiezu eine SpecialVollmacht des Principals erforder-
lich? Diese Frage beantworten wir der Wahrheit
gemäß dahin: Daß, da es in der Handelswelt eine
anerkannte allgemeine Usange ist, einem Handlungs-
diener, der die für seinen Principal bestimmte Waare
fordert, solche abzulicfern, und ihn, zu deren Em-
pfangnahme, ohne daß es hiezu einer besondern Voll-
macht feines Principals bedarf, befugt zu erachten,
wir allerdings dafür halten, .daß der Kaufmann A.
berechtigt war, die zwei in Rede stehenden Colly's
Waaren dem Handlungsdiener des Kaufmanns 6.
abzuliefern, und daß derselbe, nach hergebrachter
kaufmännischer Sitte, nicht verpflichtet war, vorab
noch eine besondere Vollmacht zur Empfangnahme
der Waare von dem Handlungsdiener zu verlangen.

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