Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (2 (1912))

Die Kanones von Sardika.

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schätzenden Mangel einer Erklärung für das Fehlen der .
Schlußklausel bei Kanon 3, weil, wie eben ausgeführt, das
Resume des Osius in Kanon 5 sich in diesem Falle nur auf
Kanon 4 bezieht, der Kanon 3 also nicht in den Bereich des:
ijoeoev von Kanon 5 fällt. Wer jedoch diese Schwierigkeit
zu überbrücken im Stande ist, indem er eine stichhaltige
Erklärung für das Fehlen der Schlußklausel in Kanon 3 bei-
zubringen vermag, dem wird eingeräumt werden müssen,
daß die zuletzt ausgeführte Interpretation sogar den Yorzug
verdient.
Mag man übrigens der einen oder der anderen Aus-
legung boitreten, es erledigt sich hiemit endgültig die von
den Gf-allikancrn aufgeworfene Streitfrage *), ob das in Kanon 3
enthaltene Recht bloß der Person des Papstes Julius zuge-
sprochen wurde, oder ob dieses Recht allgemein dem rö-
mischen Bischof zukomme. Denn da Kanon 3 sich als Auf-
zeichnung einer freien, noch nicht in allen Einzelheiten
durchdachten Rede darstellt, so ist es leicht begreiflich, daß
Osius in seinem Anträge noch ungenau ist, indem er, statt
allgemein den römischen Bischof zu nennen, des damaligen
Inhabers des römischen Bischofsstuhles Julius gedenkt. Diese
Ungenauigkeit finden wir nicht mehr im Kanon 5, wo nur
vom: juaxaQicorarog xfjg 'Pcof takov ExxXrjoiag emaxonog die Rede
ist, wie wir übrigens auch schon aus Kanon 4 ersehen, daß
die Ausdrucksweise: Julius statt: römischer Bischof in
Kanon 3 ungenau ist, weil Kanon 4 sich ausdrücklich als
Zusatz von Kanon 3 bezeichnet und in Kanon 4 nur mehr
vom: d xrjg 'PcD/uaiwv Emaxonog die Rede ist.
Hier muß noch darauf hingewiesen werden, daß sich
aus den obigen Ausführungen auch ergibt, daß der vorletzte
Satz in Kanon 5 tatsächlich so zu lesen ist, wie er von
Hefele und Mansi wiedergegeben wird und daß jede Kor-
rektur des Textes an dieser Stelle abzulehnen ist. Er lautet
daselbst: ei de i^aQxeiv vofdar) (sc. o xcov'Pcojuaicov emaxonog)
Jigog xrjv xov nQayjuaxog eniyvcoaiv xai änocpaaiv xov emaxo-
nov, noirjGEi öneq av xfj efxcpQOveaxdxri avxov ßovXfj xaXajg e%£iv
dogy. Hefele meint nun2), daß in diesem Satze anstatt: xov
l) Siehe darüber Hefele, Konziliengeschichte 12 8. 570. — *) Kon*
ziliengeschichte 12 S. 569 Amn. 1.

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