Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (2 (1912))

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Eanonistische Chronik.

ministerium tätig zu sein, bis er im J. 1880 an der der dortigen Uni-
versität den Lehrstuhl für Staats-, Yerwaltungs- und Kirchenrecht
übernahm, den er bis zum J. 1908, dem Jahre seines Rücktritts ins
Privatleben, innehatte. An Hüblers Mitwirkung bei der kirchlichen
Gesetzgebung der 70 er Jahre des vorigen Jahrhunderts, an seine weit-
tragende Wirksamkeit als akademischer Lehrer, den Freunde und
Schüler im J. 1905 durch eine Festschrift ehrten, kann hier nur er-
innert werden: der Kirchenrechtshistoriker gedenkt in erster Linie
seiner durch Übersichten literärgeschichtlichen Inhalts wertvollen
Monographien „Zur Revision der Lehre von der rechtlichen Natur der
Concordate“ (Zeitschrift für Kirchenrecht III, 8. 404 ff. IV, 8. 105 ff.
1863 und 1864) und „Der Eigentümer des Kirchenguts. Eine civilistische
Antwort auf eine kanonistische Frage“ (Leipzig 1868). Hüblers Haupt-
werk behandelte „Die Constanzer Reformation und die Concordate
von 1418“ (Leipzig 1867): in klarer, übersichtlicher Darstellung folgt
es dem Verlauf jener Kirchen Versammlung, dem Werdegang seiner
reformatorischen Beschlüsse und Abmachungen, um eben hierdurch
zahlreichen Arbeiten auf dem Gebiete der Konziliengeschichte des
15. Jahrhunderts Grundlagen und Anregungen darzubieten. Kleinere
Veröffentlichungen, wie z. B. seine „Kircbenrechtsquellen“ (4. Aufl.
Berlin 1902) erwuchsen aus dem akademischen Unterricht, andere wie
z. B. „Eheschließung und gemischte Ehen in Preußen nach Recht und
Brauch der Katholiken“ (Berlin 1883) und „Die religiöse Erziehung der
Kinder aus gemischten Ehen im Gebiet des Preußischen Landrechts“
(Festgabe für R. von Gneist, Berlin 1888) seiner Anteilnahme an der
Gesetzgebung des neuen Deutschen Reiches.
Am 17. Juli 1912 starb in Göttingen der Privatdozent der Kirchen-
geschichte Professor Lic. theol. Gerhard Löschcke im Alter von
32 Jahren.
Am 1. August 1912 starb in Halle an der Saale der ordentliche
Professor der praktischen Theologie D. Paul Drews. Geboren im
J. 1858 war der Verstorbene nach Studien in Leipzig und GöttiMen
sowie nach praktischer Ausübung des seelsorgerischen Berufs im J. 1894
als außerordentlicher Professor nach Jena berufen worden; im J. 1901
folgte er einem Rufe als ordentlicher Professor nach Oie^a, im J. 19081
einem solchen nach Halle. Von den zahlreichen SMM^en des Ge-'
lehrten (vgl. ihr Verzeichnis in: Hallesches AkademiöfSes Vademecum,
1909, 8. 16—20) seien hier erwähnt: „Über Geb-WMMhd Bedeutung des
Wortes sv%aQeoria im kirchlichen Altertum* MWKrhrift für praktische
Theologie 1898, S. 97 ff.), „Studien zur GeschicW^Äes Gottesdienstes und
des gottesdienstlichen Lebens“ I—III (Tfl^ipgfen 1902ff.), „Die Ordi-
nation, Prüfung und Lehrverpflichtung dfef* ördinanden in Wittenberg
1535“ (Deutsche Zeitschrift für Kirchenrecht 1905, 8. 66 ff., 273 ff.), „Der
evangelische Geistliche in der deutschen Vergangenheit“ (Jena 1905),
„Entsprach das Staatskirchen tum dem Ideale Luthers?“ (Tübingen
1908). In der von ihm herausgegebenen „Evangelischen Kirchenkunde“
(Tübingen 1902 ff.) behandelte Drews selbst „Das evangelisch-kirch-

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