Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (2 (1912))

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Eduard Eichmann,

die auf die Salbung bezügliche Rubrik und die zwei Gebete
des Bischofs von Ostia nach der Salbung „Domino Deus
omnipotens“ und „Deus Dei filius“, eine auf die Krönung
bezügliche Rubrik und die Formel für die Übergabe der
Krone „Accipe signum gloriae“ — all das mit ganz gering-
fügigen textlichen Abweichungen und in derselben Reihen-
folge wie C. II.1) Sechs Rubriken von lapidarer Kürze ver-
binden die Gebete und Formeln. So dürftig ist das Zere-
moniell einer Kaiserkrönung niemals gewesen. Die schon
in der karolingischen Periode übliche Übergabe des Zepters,
Schwertes und Ringes und die bei keiner Krönung entbehr-
lichen Laudes fehlen in I ganz; desgleichen das Empfangs-
zeremoniell, welches doch in einem offiziellen Ordo kaum
hätte fehlen dürfen, die Adoption, das Skrutinium und die
schon bei Berengars Krönung nachweisbare Aufnahme des
Kaisers in den geistlichen Stand. Diese sachlichen Momente
würden allein schon dafür sprechen, daß I nur als ein privater
unvollständiger Auszug aus einem größeren Ordo, vermutlich
des Oeneius II zu betrachten ist. Eine Randbemerkung in
dem Original des Liber censuum Cod. Yatic. lat. 8486 fol. 149'
zu Oeneius I besagt denn auch: si quis vult bene scire bene-
dictionem etc. imperatoris et quid imperator debeat facere
domno papae et Urbi in coronatione sua et qualiter domnus
papa debeat eum benedicere et coronare, requirat in primo
capite huius libri et primo quaterno. Durch diese Ver-
weisung ist so deutlich wie nur möglich bekundet, daß der
fol. 149' mitgeteilte Ordo (Oeneius I) nur als Auszug aus
dem größeren (Oeneius II) zu betrachten sei. "Wenn es
dieser nicht war, so mußte es jedenfalls ein dem letzteren
sehr nahe verwandter Ordo gewesen sein; um hierüber ein
definitives Urteil fällen zu können, müßten wir die Vorlage
kennen, welche Oeneius für den Ordo II benutzt hat.
Nun reicht aber die handschriftliche Überlieferung des
Oeneius I in das 10. Jahrhundert zurück. Er findet sich in
folgenden Handschriften: 1. Lucca, Bibliothek des Domkapitels
607, saec. 10; 2. Monte Cassino 451, saec. 10,11, aus der
Die Salbung geschieht nach II vor der confessio b. Petri wie
bei I, die Krönung dagegen „ante altare“ ohne nähere Bezeichnung
des Heiligen.

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