Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (2 (1912))

7. Walter Murner von Straßburg und das päpstliche Dispensationsverfahren im 14. Jahrhundert

182

Emil Göller,

V.
Walter Murner von Straßburg
und das päpstliche Dispensationsverfahren im
14. Jahrhundert.
Von
Herrn Professor Dr. Emil Göller
in Freiburg i. Br.

I.
Unter den zahlreichen Formelbüchern der apostolischen
Pönitentiarie, die uns aus der Zeit von Gregor IX. bis zum
16. Jahrhundert erhalten und von dem Verfasser dieser Aus-
führungen zusammengestellt und beschrieben worden sind,
darf die Sammlung des Walterus de Argentina alias de
Mundrachingen, der in den letzten Jahrzehnten des 14. Jahr-
hunderts die Stelle eines Korrektors der Pönitentiarie an
der Kurie einnahm, als das umfangreichste und namentlich
wegen seiner zahlreichen Einzelaufzeichnungen zur Geschichte
dieser Behörde zugleich auch wertvollste neben dem grund-
legenden Formular Benedikts XII. bezeichnet werden. Über
das Leben dieses Mannes, der bereits rund 100 Jahre vor
seinem bedeutenden Landsmanne, dem päpstlichen Zeremoniar
Johannes Burchard, dem Kamen der Stadt Straßburg einen
guten Klang an der Kurie verliehen hat und neben ihm ob
seiner großen, durch seine Aufzeichnungen über die Pöni-
tentiarie erworbenen Verdienste für die Geschichte der päpst-
lichen Kurie in Zukunft stets genannt werden wird, habe
ich im ersten Bande der Geschichte der Pönitentiarie eine
Reihe von Notizen zusammengestellt1), zu denen kürzlich
Hans Kaiser in der Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins
*) Die päpstliche Pönitentiarie von ihrem Ursprung bis zu ihrer
Umgestaltung unter Pius V. I. Bd. (Rom 1907), 8. 38 ff. Im Folgenden
mit P. zitiert.

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