Full text: Volume (5 (1915))

Die deutschen Reichskriegssteuergesetze usw.

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bischöfe und Bischöfe sollte die suspensio ab ingressu ecclesiae,
alle übrigen Personen, Geistliche also und Laien, die Ex-
kommunikation, ihre Wohnsitze das Interdikt treffen, und
solchen Strafen sollten nicht zuletzt jene Oberen verfallen
sein, die der Weitergabe der Befehle des Legaten an Geist-
liche im Umkreis ihrer kirchlichen, an Laien im Umkreis
ihrer weltlichen Jurisdiktion widerstrebten. Den Folgsamen
und Tateifrigen werden mancherlei Belohnungen in Aussicht
gestellt: wer selbst sich ins Feld begibt und dort fällt, darf
der vollkommensten Vergebung seiner Sünden, jeder Steuer-
zahler aber eines Ablasses von 100 Tagen sicher sein. Die
Bischöfe und ihre Vikare in spiritualibus werden ermächtigt,
jedes Gelübde in eine Tat im Sinne des Gesetzes umzu-
wandeln, die Inhaber von male acquisita zu absolvieren,
sobald dieses Gut dem gesetzten Zweck dienstbar gemacht
wird, derart daß die vereidigten Mitglieder der Ausschüsse
über derlei Zubußen in ihren Verzeichnissen genaue Rechen-
schaft ablegen. Ablässe und Gnaden sollen in den Dom-,
Stifts- und Pfarrkirchen wie an jeder kirchlichen Stätte
innerhalb jeder Diözese an Festtagen während der Messen
in der Volkssprache verlesen werden. Gewünscht wurde
schließlich Weitergabe des Schreibens durch beglaubigte
Transsumpte, Nachricht an den Legaten mittels offener
Briefe über die Art, wie Erzbischöfe und Bischöfe seinen
Befehlen gemäß gehandelt hätten.1)
Schaltet man alle die Sätze aus, die sich auf die rein
formale Seite der Verbreitung des Schreibens beziehen, so
bleibt ein Rest von Weisungen, deren Inhalt das Gesetz
von 1427 wesentlich beeinflußte. Die Stelle der Bedrohung
Ungehorsamer durch weltliche Strafen, die dort unterlassen
war, nahmen jetzt kirchliche Strafankündigungen ein. Die
Befolgung des Gesetzes wurde damit in die kirchliche Sphäre
gehoben, nicht allein um der Geistlichen willen, die es an-
ging, sondern auch für die Laien, die es nicht weniger erfaßte
als jene. Die Verkündigung der Ablässe zugunsten der Steuer-
*) Auf das Gesetz und auf den Erlaß des Legaten nimmt das Mandat
des Rates von Göttingen Bezug, d. d. 1428 Februar 15; F. Palacky,
a. a. O. I, 8. 686 n. 499. G. Schmidt: Forschungen zur Deutschen
Geschichte VI (1866), 8. 178.

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