Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (5 (1915))

Literatur.

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feudale si eomprende che si sarä impadronito, in caso di morte dell’ in-
vestito, dei redditi dei patrimonio vacante, quanto questo si confon-
deva coi suo. Denn il proprietario della chiesa per ciö si impadronisse
delle sedivacanze, perche queste erano frutti di un patrimonio ch' egli
eonsiderava suo. E poiche la Chiesa era proprietä sua ed allora....
era invalsa la norma, que il mobiliare dei defunto fosse ereditato dalla
Chiesa; egli s' impadroniva di esso, come di un provento qualsiasi di
questa parte dei suo patrimonio. Ne per altro concetto il laico usu-
fruiva delle decime ecclesiastiche. Man sieht, der Verfasser hat ganz
von ferne etwas vom Eigenkirchenrecht läuten hören. Da er aber die
Literatur darüber, auch die außerdeutsche, nicht kennt, und vor allem,
weil er das doch gerade für diese Materie besonders wichtige und er-
giebige italienische Urkundenmaterial vollkommen vernachlässigt, bleibt
es bei ihm bei einem bloßen Hinwegreden über die Dinge. Jedenfalls
will er auch jetzt noch von einem eigentlichen Regalienrechte nichts
wissen. Bis herab über das Wormser Konkordat, das zwar den Aus-
druck regalia verwende, aber nur im Sinne von privilegi temporali con-
cessi d' all' imperatore alle Chiese — auch in diesem Punkte versagt
des Verfassers Literaturkenntnis — habe man in Italien ein Spolien-
und Regalienrecht nicht gekannt. Vielmehr gehen diese nach Ghisal-
ter ti zurück auf einen allmählich zum Gewohnheitsrecht gewordenen
Brauch, wonach der Nachlaß der Geistlichen entweder von dem Kol-
legium, dessen Mitglied der Verstorbene war, oder von seinem unmittel-
baren Vorgesetzten in Anspruch genommen wurde. In Wirklichkeit
handle es sich dabei um eine Beschränkung der Testierfreiheit. Die
Laien ahmten dann das Verfahren der Geistlichen nach. Wahrschein-
lich haben zuerst in Sizilien die normannischen Herrscher das Regalien-
recht geltend gemacht. Allmählich faßte es aber auch, begünstigt von
der Hohenstaufenherrschaft, in Norditalien festen Fuß, selbst in den
Kommunen. Vor allem findet es sich in Übung bei den Grafen
von Savoyen; von ihnen liegen sogar bereits aus den vierziger Jahren
des 12. Jahrhunderts auf die Spolien Verzichte vor. Also müsse das
Spolienrecht, das Ghisalberti als die Wurzel der Regalie ansieht,
zwischen 1100 und 1140 entstanden sein! Nun bildeten sich auch ent-
sprechende kirchliche Gerechtsamen wie das ins deportuum, die dem
altkirchlichen Rechte geradezu ins Gesicht schlugen. Dies in Kürze
der Inhalt von Ghisalbertis Schrift. Glücklicherweise ist seit längerer
Zeit auf breiter Urkundengrundlage von anderer Seite eine Untersuchung
über das Regalienrecht der Grafen von Savoyen im Werke, deren Voll-
endung durch den Krieg hoffentlich nur verzögert, aber nicht in Frage
gestellt ist. Sie wird uns dann wohl besseren Aufschluß über die wahre
Geschichte des Regalienrechts in Oberitalien, ja auf der italienischen
Halbinsel überhaupt bringen als die Abhandlung von Ghisalberti»
die im Ganzen und im Einzelnen wenig befriedigt.

Ulrich Stutz.

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