Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (9 (1919))

62 K. G. Hugelmann, Die Wirkungen d. Kaiserweihe nach dem Ssp.

sprochene Gedanke in der allgemeinen Richtung der stau-
fischen Politik lag, kann füglich nicht bezweifelt werden.
Wir haben sonach keinen Anlaß, an Eikes Zuweisung
zur staufischen Partei zu rütteln, so daß auch von dieser
Seite her unsere Auslegung der Stelle III 52 § 1 eine Be-
stätigung erfährt. Daß innerhalb der staufischen Partei
Eike nicht dem imperialistischen, sondern dem nationalen
Flügel angehörte, daß den Kern seines Kaisertums Deutsch-
land (nicht Sizilien) bildete, daß sonach seine Kaiserwahl-
Lehre allerdings jener nationalen Färbung nicht entbehrte,
die Bloch mit Unrecht für die ganze Lehre und die staufi-
sche Partei schlechthin in Anspruch nimmt: all dies haben
wir schon andernorts1) auseinandergesetzt und wollen hier
nur darauf verweisen, daß es durch das oben I § 3 Aus-
geführte seine Ergänzung und Bestätigung erfährt. Eike
vertrat — wir kommen zu demselben Schluß wie
in unserem ersten Streifzug — als Politiker einen
konservativen Standpunkt, und dieser war —
nach der damaligen politischen Lage — zugleich
national und gemäßigt staufisch.

Die Wahl Konrads IV. zu Wien im Jahre 1237, 88. 76ff., oben
8. 16 f.

Anm. d. Red.: Daß wir für die von uns zum Abdruck ge-
brachten Beiträge keinerlei Verantwortung übernehmen, ist unseren
Lesern bekannt. Im vorliegenden Falle sei es aber erneut festgestellt.
Wir haben uns namentlich nicht überzeugen können von der Richtig-
keit der oben versuchten Deutung von Ssp. Ldr. III 52 § 1. Daß da-
rin gesagt sei, die Kaiserweihe verleihe nur den kaiserlichen Titel,
also bereits die Wahl die kaiserliche Gewalt, vermögen wir nicht zu-
zugeben. „Den Deutschen steht das Recht der Königswahl zu. Von
der Weihe durch die Bischöfe und der Thronsetzung in Aachen an
heißt (und ist) der Gewählte König, von der Weihe durch den Papst
an aber Kaiser“, das und weiter nichts ist u. E. der Sinn des ur-
sprünglichen Textes. U. Stutz.

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