Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (9 (1919))

9.17. Wolgast, E., Die rechtliche Stellung des schleswig-holsteinischen Konsistoriums

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Literatur.

Apostolischen Vikare und ihrer Regierungszeit gewesen, man muß jetzt
die Einzelheiten immer aus dem Buch selbst zusammensuchen. Am
Schluß findet sich ein sorgfältiges Namens- und Sachregister (S. 305
bis 337).
Das Buch hat einen Mangel, nämlich die zu starke Abhängigkeit
von der benutzten Literatur. In Metzlers Text finden sich häufig
Sätze oder Abschnitte, die fast wörtlich, mit nur ganz belanglosen Ab-
änderungen, aus anderen Werken (ich nenne nur Pieper, Woker,
Schräder, Kaas, Brück und die Hiltebrandtschen Regesten) über-
nommen sind. Diese textliche Abhängigkeit geht weit über das zulässige
oder wenigstens übliche Maß hinaus.
Dem Verlag kann man zu dem Äußeren des Buches in Anbetracht
der ungünstigen Zeitverhältnisse nur gratulieren, die Ausstattung ist
hübsch, klarer Druck auf gutem Papier, und (was jetzt die Hauptsache
ist) das Buch ist dauerhaft, es zerliest sich nicht gleich!
Bonn. H. Nottarp.

Ernst Wolgast, Die rechtliche Stellung des schleswig-
holsteinischen Konsistoriums. Ein Beitrag zur Beurteilung
des Verhältnisses der Landeskirche zum Staate (a. u. d. T.:
Schriften des Vereins für Schleswig-holsteinische Kirchen-
geschichte I, 8). Kiel, in Kommission bei Robert Cordes
1916. XXIV, 291 S. 8°.
Die Landeskirche Schleswig-Holsteins ist ein Teil des preußischen
Staates, folglich das Kieler Konsistorium eine preußische Staatsbehörde
— das ist das kirchenrechtliche Ergebnis dieses Buches. Diese der ge-
meinen Meinung entgegengesetzte These begründet der Verfasser ge-
schichtlich und dogmatisch. In eingehenden Darlegungen sucht er nach-
zuweisen, daß die Entwicklung des Verhältnisses von Staat und Kirche
in Schleswig-Holstein beherrscht werde von einer „konstanten Richtlinie“
in dem Sinne, daß die Kirche ein Staatsteil gewesen sei. Diese Richtlinie
setzt sich nach seiner Meinung in die Gegenwart fort, und wenn es
daher auch an einem strikten dogmatischen Beweise fehlt, daß auch in
der Gegenwart noch die Kirche ein Staatsteil sei, so — meint er — müsse
doch die dogmatisch bestehende Ungewißheit im Sinne der entwicklungs-
geschichtlichen Richtlinie entschieden und die Landeskirche auch heute
noch für einen Teil des Staates gehalten werden.
Diesen Darlegungen vermag der Referent nach keiner Richtung
Mn beizustimmen. Obwohl der Verfasser methodologische Fragen
in ausgiebigster Weise erörtert, fehlt es schließlich doch an scharfer
und klarer Problemstellung. Die Frage nach der Rechtsstellung des
Kieler Konsistoriums, die den Titel des Buches abgibt, wird von vorn-
herein ersetzt durch die Frage nach der Rechtsnatur der schleswig-
holsteinischen Landeskirche. Aber auch diese Frage wird nicht fest-

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