Volltext: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (6 (1916))

7. Zur Charakteristik der geistlichen Gerichtsbarkeit vornehmlich im späteren Mittelalter

Die römischen Eide der deutschen Könige.

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alteri ex potentia. Verum in hoc antiquae nobilitatis recor-
datur efferitatem, quod utriusque domina Roma, utrumque
dominum nominat; cum pro suae voluntatis arbitrio ipsa
utrique dominatur; utrique molesta, utrique cervicosa, neu-
trum fugit et utrumque parvipendet.

III.
Zur Charakteristik der geistlichen Gerichtsbarkeit
vornehmlich im späteren Mittelalter.
Von
Herrn Professor Dr. Justus Hashagen
in Bonn a. Eh.
I. Zur Motivierung des Kampfes der Landesherren
gegen die geistliche Gerichtsbarkeit. _
Die landesherrliche Kirchenpolitik bekämpft fast über-'
all die geistliche Gerichtsbarkeit. Von welchen Motiven ist^
dieser Kampf bestimmt j|J Die Antwort auf diese Frage hängt
vornehmlich ab von dem Urteile über die geistliche Gerichts-
barkeit. Erweist_sich--die geistliche Gerichtsbarkeit auch
noch im späteren Mittelalter im allgemeinen als eine segens-
reiche Einrichtung, so wird ihre Bekämpfung durch die Lan-
desherren wesentlich auf neben der Sache liegende, besonders
politische Motive zurückgehen. Lassen sich dagegen bei den
geistlichen Gerichten schwere Gebrechen in Fülle nachwei-
sen, die nicht nur den Widerstand der Landesherren, sondern
auch anderer Instanzen gegen sie hervorrufen, so wird man
geneigt sein, auf die politischen Motive nicht mehr den
Hauptnachdruck zu legen, sondern den Kampf der Landes-
herren gegen die geistliche Gerichtsbarkeit mehr auf landes-
polizeiliche, soziale Motive zurückzuführen.
Am deutlichsten ist das kürzlich in Redlichs Unter-
suchungen über Jülich-Berg geschehen. Neben dem in der
Aufrichtung des landesherrlichen Kirchenregimentes zum
Ausdruck gelangenden 'dynastischen Streben’ hebt Red-

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