Volltext: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (6 (1916))

Die römischen Eide der deutschen Könige. 189
als Inhalt des Ottonischen Eides (tibi Domino, e. 33 D. 63)
im Anschluß an Huguceiox): in hoc canone continetur, qua-
liter Otto iuravit fidelitatem Iohanni papae per suum pro-
curatorem. Argumentandum, quod qui feudum recipit ab
ecclesia, non solum ecclesiae sed etiam praelatis iuramentum
fidelitatis praestare debet. Sinibald vonFiesco* 2) und
Hostiensis3) lehren übereinstimmend, daß eine specialis
coniunctio zwischen Papst und Kaiser bestehe, weil im-
perator ei iurat tamquam domino et ab eo tenet imperium.
Unter den Päpsten vor Clemens V. sind nur Innocenz III.
und IV. zu nennen, welche das Imperium als päpstliches
Amtslehen bezeichnet haben. In seiner deliberatio4) von
1200 sagt Innocenz III., daß der Kaiser vom Papste bene-
dicitur, coronatur et de imperio investitur. Wenn er in
derselben deliberatio sagt: cum ei coronae beneficium con-
tulisset, so ist das wohl auch in demselben Sinne zu ver-
stehen. Der Gelehrte Sinibald hat seine Ansicht wohl nicht
geändert, als er als Innocenz IV. den päpstlichen Thron
bestiegen hatte; seine Äußerung in dem Manifest von 1245
gegen Friedrich II.5), daß der Kaiser ihm fidelitatis et
subiectionis vinculo se astringit, wird daher kaum anders
als im obigen Sinne ausgelegt werden können.6)

q Moeller 163.
2) Commentaria II2 c. 10 Ausgabe 1570 p. 197 b.
3) Lectura in quinque Decretal. Gregor, libros II 2 v. vacante zu I 6
c. 34 und Summa aurea I de electione n. 10 p. 86: (imperator) qui tot
beneficia recipit a Rninana ecclesia et ipsius existit feudatarius.
4) Reg. de neg. imp. n. 29, Migne, PL. 216, 1025; vgl. u. 47 p. 1048;
c. 34 X 1, 6.
5) E. Winkelmann, Acta imperii inedita II, 1885, 699.
•) In dem Bericht über das Lyoner Konzil von 1245, welches die
Absetzung über Friedrich II. ausgesprochen hat, wird gesagt, daß Fried-
rich in einem Privileg dem Papste Honorius III. ein iuramentum fidelitatis
geleistet habe tamquam vasallus domino, und daß er in einem anderen
Privileg bekannt habe, „quod regnum Siciliae et Apuliae erat speciale
patrimonium beati Petri et illud ab ecclesia tenebat in feudum“. Wei-
land, MG. Const. II 514 nimmt ein Versehen an und glaubt, daß das
„iuramentum fidelitatis“ auf Sizilien Bezug haben müsse. Moeller da-
gegen bezieht die Stelle auf das Kaisertum. Die Absetzungsbulle selbst
hält indessen den Kaisereid und den Lehenseid für Sizilien scharf aus-
einander; Friedrich habe ein „iuramentum fidelitatis“ für Sizilien und

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