Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (6 (1916))

Das c. Quia frequenter.

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Bald nach dem Erscheinen der erwähnten Schrift
Schuttes veröffentlichte Sentis in seiner Ausgabe der
Decretales Clementis octavi1) (des sog. liber septimus) einen
von den Redaktoren dieser Sammlung im Titel de electione
aufgenommenen Text des hier richtig dem Papste Inno-
cens IV. beigelegten c. Quia frequenter; in diesem Texte
ist jedoch der ursprüngliche Wortlaut nicht nur durch die
Weglassung der Arenga gekürzt, auch der dispositive Teil
des Kapitels erscheint hier gerade bezüglich des oben er-
wähnten wichtigen und entscheidenden Punktes in seinem
Inhalte wesentlich verändert, ohne daß dies dem Heraus-
geber des liber septimus aufgefallen wäre.2)
nicht aufgenommenen Dekretalen, denen Bonifaz VIII. die Geltung re-
serviert hat, führt jedoch das c. Quia frequenter nicht an. Da Schulte
zudem beide Maie ausdrücklich bemerkt: „andere als die hier bezeichnten
hat Bonifaz nicht reserviert“ (vgL Sitzungsber. Bd. 55 8. 796, Gesch. d.
Quell, u. Lit. d. kanon. Rechts II 41), so möchte man wohl annehmen,
daß er seine kurz vorher mit solcher Bestimmtheit — vgl. oben S. 6 N. 1
— bezüglich des c. Quia frequenter ausgesprochene Behauptung entweder
schon vergessen hatte oder dieselbe stillschweigend zurückziehen wollte.
x) Clementis papae VIII. decretales, quae vulgo nuncupantur liber
septimus decretal. Clem. VIII., primum edid. . . . Franc. Sentis. Fri-
burgi Brisg. 1870 (diese gewiß sehr verdienstliche und dankenswerte
Arbeit hätte niemals als eine Ausgabe des liber septimus bezeichnet
werden sollen; vgl. die Bemerkungen Schultes in der Gesch. d. Quell,
u. Lit. d. kan. Rechts III1 8. 74 N. 13), lib. I tit. 4 c. 1 p. 8. 9.
a) Im Gegenteil, er bemerkt zu lib. I tit. 4 c. 1 (c. Quia frequenter)
sogar ausdrücklich: „In Cod. membr..... Musei Bohem. Pragensis (conf.
Fr. Schulte, Die Dekretalen....) decretalis nostra iisdem verbis legitur,
sed Alexandro IV. adscribitur.“ Durch diese falsche Angabe Sentis’
scheint auch Sägmüller irregeführt worden zu sein, welcher im Jahre
1896 (in seiner Schrift über die Tätigkeit und Stellung der Kardinale
bis.. Bonifaz VIII. 8.139.140) das c. Quia frequenter nur in Panvinis
ungedrucktem Werke De varia Romani pontificis creatione nachweisen
zu können glaubte, aber in seiner bereits oben angeführten Abhandlung
„Ein angebliches Papstwahldekret Innocenz’ II. 1139“ (in der Tübinger
theologischen Quartalschrift [Jahrg. 1902] Bd. 84 8.376) als entscheidendes
Zeugnis für „die Richtigkeit“ der Angaben über das c. Quia frequenter,
für „die Echtheit dieses bisher unbekannten Kanons“ dessen Aufnahme
in den liber septimus („c. 1 Clementis pp. VIII. decretal. de elect. 1,4“)
geltend macht, ohne von dem bei Sentis bezogenen, von Schulte ver-
öffentlichten Texte irgendwie Notiz zu nehmen (vgl. übrigens auch
Sägmüllers Lehrb. d. Kirchenrechts II. Aufl. 1909, 8. 358 N. 1; HI.
Aufl. 1914, I. Bd. 8. 400 N. 5).

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