Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (3 (1913))

Das kanonische Recht in Böhmen und Mähren.

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gebenden Urteile Denifles *) dieser Universität verhängnis-
voll, weil er den Grund zu dem Stimmenstreite abgab.
Außer den an anderer Stelle Genannten sind als Besucher
der Pariser Hochschule anzufühnren:
Hermann von Michalowic (auch Wartenberg), Propst zu
Altbunzlau, iuris ecclesiastici peritia et laurea in Pari-
siensi universitate celebratus, gest. 12572);
Magister Ulrich von Pabönic, gegen das Ende des
XIII. Jahrhunderts, 1302 als doctor decretorum erwähnt,
canonicus des Prager Domkapitels, außerdem Mitglied
des Yyschehrador und Olmützer Kapitels, 1310 —13
Offizial des Prager Bischofs, später (während des Ver-
weilens des Bischofs Johann IV. in Avignon) Admini-
strator des Prager Bistums3);
Udalrich von Hasenburg, Sohn dos Heerführers (bellista)
Wilhelm, um das Jahr 1280 juris licentiatus, später
Propst des Domkapitels in Prag 1285—1301 4);
Adalbert Ranconis de Ericinio, Professor an der theolo-
gischen Fakultät und 1355 Rektor der Universität Paris,
unter dessen Rektorat an der Artistenfakultät das später
auch in Prag erlassene Verbot der sogenannten pronun-
tiationes, d. h. des Diktierens der Vorträge erging. Im
Jahre 1369 wird er als canonicus scholasticus in Prag
erwähnt. Auf seine Beschäftigung mit Rechtsstudien
kann daraus geschlossen werden, daß er bei der Rück-
kehr nach Paris 1372 eine Handschrift der Dekretalen
als Pfand für ein ihm von der natio anglicana gegebenes
Darlehen bestellt (Liber procurat. I 417)3);
Johann von Jenstein, 1372 studens in facultate decretorum,
der nachmalige zweite Erzbischof von Prag, welcher

*) Denifle, Universitäten im Mittelalter I 8. 104. — 2) Baibin,
Epitome histor. rer. boh. p. 196. — *) Palacky, Formelbuch II 171;
F. R. B. IV, 128, 303, 323. — *) Meine Rezeptionsgeschichte 8. 36 A. 12.
— ®) Tadra, Kulturelle Bezieh. S. 246. In dem Manuskript der Wiener
Hof bibliothek Nr. 745 ist eine bisher unbekannte notarielle Protestation
gegen eine kirchliche Zensur wegen unterbliebener Zahlung päpstlicher
Zehnten enthalten, in welcher der Obengenannte als scholasticus
Pragensis, theologiae et artium liberalium professor Parisiensis, be-
zeichnet wird.

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