Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (3 (1913))

Literatur.

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„gibt er die Resultate Laughaeusers 8. 1 — 81 über die Entwicklung
des Militärkirchenwesens bis zur Militair-Kirehen-Ordnung von 1832 im
Exzerpte wieder“. Bedauerlicherweise ist die Edition der Annales
Conventus Halberstadiensis Freisen erst nach vollendetem Druck seines
Buches zugegangen (S. 382). Das in Philipp Hiltebrandt, Preußen und
die römische Kurie, Band 1 (15)10) für die Geschichte der katholischen
Militärseelsorge gebotene Material hat Freisen ebenso wie Langhaeuser
übersehen. Im Vergleich zu der im übrigen knappen Fassung der
geschichtlichen Partien des Buches ist die Schilderung des Konfliktes
Namszanowski ziemlich eingehend; sie folgt der keineswegs objektiven
Darstellung, die „ein preußischer Jurist“ im Archiv für katholisches
Kirchenrecht Band XXXII (1874) veröffentlicht hat.
Das Breve vom 22. Mai 1868 ist staatlicherseits nicht publiziert
worden. Aber deshalb ist es doch nicht gerechtfertigt, wenn Freisen
(S. 111 und 152) dem Breve für den staatlichen Bereich keine Bedeu-
tung beimessen will. Der Notenaustausch von 1868 wird denn auch
tatsächlich von der Staatsregierung keineswegs ignoriert.
8. 113 behauptet Freisen, daß im Verlauf des Namszanowskischen
Konfliktes der Divisionspfarrer Lünnemann zu Köln „ohne förmliches
Disziplinarverfahren staatlich vom Amte suspendiert worden sei“. Das
ist nicht richtig. Am 3. Juli 1872 ist gegen Lünnemann auf Grund
der ZA 2 und 23 des Gesetzes vom 21. Juli 1852 wegen Ungehorsams
gegen Anordnungen seines militärischen Vorgesetzten das Disziplinar-
verfahren eingeleitet worden. Nach stattgehabter Voruntersuchung
wurde dieses Verfahren auf Grund des § 33 des genannten Gesetzes
eingestellt; vgl. darüber die Mitteilungen Lünnemanns im Archiv für
katholisches Kirchenrecht Band XXXII (1874), 8. 477. Freisen folgt
offenbar der Angabe des „preußischen Juristen“ auf S. 111 des näm-
lichen Bandes des Archivs.
Zu 8. 123 und 8. 146: Daß das Jahr 1902 mit der Schaffung des
Amtes katholischer Militäroberpfarrer gegenüber dem früheren Zustande
eine wichtige Änderung in der Organisation der katholischen Militär-
seelsorge gebracht hat, wird von Freisen nicht gebührend hervorgehoben.
Zu 8.149, Anmerkung 1: Freisen nennt den Satz der Allerhöchsten Ein-
führungsorder vom 17. Oktober 1902 zur Katholischen militärkirchlichen
Dienstordnung (K. M. 1).): „Zuständigkeiten von Kirchenbehörden werden
durch die Ordnung grundsätzlich nicht berührt“ eine „Unwahrheit“;
er findet den Satz ebenso „irreführend“ wie „überflüssig“. Er schreibt:
„Die zu den katholischen Militärgemeinden gehörigen Personen sind
nicht Mitglieder der ordentlichen Ortskirchengemeinde und tragen zu
deren Lasten nicht bei; sie sind exemt von dem gewöhnlichen Pfarr-
verband wie von der gewöhnlichen bischöflichen Jurisdiktion.“ Des-
halb soll jener Satz der Einführungsorder eine Unwahrheit, irreführend
und überflüssig sein? Vor Freisen hat wohl noch niemand den Satz
so mißverstanden. Die Einführungsorder will keineswegs die Behaup-
tung aufstellen, daß das exemte katholische Militärkirchenwesen von
der Gesamtorganisation der katholischen Kirche losgelöst, daß die

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