Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (3 (1913))

13.30. Krüger, Alfred, Die geschichtliche Entwicklung der Verfassung der Kirche Augsburgischer Konfession von Elsaß-Lothringen von 1789 - 1852

Literatur.

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erforschten Entwicklung der Viertel- und Kreiseinteilung Steiermarks.
Hier interessiert vor allem die Bemerkung, daß die von der Mitte des
15. Jahrhunderts an nachweisbaren Viertel „höchst wahrscheinlich
nach den Pfarren eingerichtet wurden“. Die große Bedeutung der
Pfarreinteilung für den Werdegang der weltlichen Verwaltung Steier-
marks zeigt sich übrigens auch darin, daß „zur näheren Bestimmung
eines Ortes hier schon im späteren Mittelalter fast durchgehende die
Pfarre, nicht wie in Salzburg und Tirol das Landgericht verwendet“
wurde, daß schon „im 13. Jahrhundert die Marchfutterverzeichnisse
nicht landgerichtsweise, sondern nach Pfarren angelegt“ (8. 46) und
auch in der Folge bis in das 18. Jahrhundert „öffentliche Leistungen,
die mit der Wehrhaftmachung des Landes in Verbindung stehen“
wiederholt nicht nach Gerichtssprengeln, sondern „nach Pfarren unter
die Landsassen verteilt“ wurden (S. 48).
Indem ich noch auf Beilage II (S. 69—71) aufmerksam mache,
die aus Dresdner und Wiener Handschriften ein Verzeichnis der Pfarren
der oberen Steiermark des Jahres 1469 wiedergibt, will ich zum Schlüsse
rückhaltlos den hohen Wert anerkennen, den derartige Untersuchungen
nicht nur für die Erforschung der historischen Topographie Steiermarks,
sondern ebensosehr für die kirchliche und weltliche Rechtsgeschichte
deutscher Lande besitzen.
Innsbruck. A. v. Wretschko.

Alfred Krüger, Dr. jur., Die geschichtliche Entwicklung der
Verfassung der Kirche Augsburgischer Konfession von Elsaß-
Lothringen von 1789—1852. Berlin, Juristische Verlags-
buchhandlung Dr. jur. Frensdorf 1913. 172 S.
Die Verfassung der elsaß-lothringischen Kirche Augsburgischer
Konfession ist bis heute noch nicht zu einem endgültigen und be-
friedigenden Abschluß gediehen, dürfte dieses Ziel aber wohl in nicht
zu ferner Zeit erreichen. Einstweilen gelten noch die unvollkommenen
Vorschriften der organischen Artikel von 1802, des organischen Dekretes
vom 26. März 1852 sowie verschiedener Vollzugsverordnungen. Die um
diese Gesetzgebungsakte ausgefochtenen schweren kirchlichen Ver-
fassungskämpfe rein historisch zur Darstellung zu bringen, ist die Auf-
gabe der vorliegenden Schrift. Sie bietet also keine geschlossene
Schilderung des ganzen geschichtlichen Werdeganges jener Kirche nnd
ihrer Verfassung von Anbeginn bis auf die Gegenwart, ermöglicht aber
doch ein übersichtliches Gesamtbild, da der Verf. in der Einleitung einen
kurzen historischen Rückblick auf die Entwicklung seit der Reformation
wirft. Der Schwerpunkt der Ausführungen ruht auf der gründlichen
quellenmäßigen Erörterung der Reformbestrebungen der elsaß-loth-
ringischen Kirche A. K. zu Beginn der großen Revolution und der

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