Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (3 (1913))

13.27. Fries, Friedrich, Die Lehre vom Staat bei den protestantischen Gottesgelehrten Deutschlands und der Niederlande in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts

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Literatur.

hat, um ein möglichst vollständiges Bild von der religiösen und kirch-
lichen Lage des Bistums Münster am Ausgange des 16. Jahrhunderts
zu entwerfen. Am besten ist meines Erachtens der Zustand der Orden
und Klöster herausgearbeitet, da hierbei auch die Entwicklungsgeschichte
des 15. Jahrhunderts eingehend berücksichtigt worden ist. Eine Fülle
wertvoller Materialien betrifft ferner das Schulwesen, so daß die hier
gebotene Übersicht leicht als Grundstock für eine ausführliche Ge-
schichte der ehemaligen Latein- und Volksschulen in der Diözese
Münster benutzt werden könnte. Der Hauptanteil fällt jedoch dem
kirchlichen Ämter- und Pfründenwesen zu, dessen Zustand der Ver-
fasser mit Meisterhand gezeichnet hat, wenngleich es ihm nicht völlig
gelungen ist, die Frage nach der seelsorglichen Bedeutung der
geistlichen Stellen klar zu beantworten.
Etwas zu dürftig ist das zweite Kapitel über das Visitationsrecht
und die Visitationspflicht in Deutschland während des Mittelalters aus-
gefallen. Beispielsweise hat der Verfasser die Tätigkeit der päpst-
lichen Legaten als Visitatoren überhaupt nicht erwähnt. Vgl. den
Aufsatz von Marx, Zur Reformtätigkeit des Kardinallegaten Otto von
St. Nikolaus in Westfalen und der Diözese Bremen, Archiv für katho-
lisches Kirchenrecht 85 (1905), 20ff. und neuerdings Heinrich Zim-
mermann, Die päpstliche Legation in der ersten Hälfte des 13. Jahr-
hunderts (1918), S. 267 ff. Auch wären m. E. in dem folgenden Kapitel
die evangelischen Kirchen Visitationen, die im Reformationszeitalter eine
bedeutende Rolle spielen, zu erwähnen gewesen. Siehe die Literatur
in der eingangs erwähnten Abhandlung von G. Müller, Visitations-
akten als Geschichtsquelle. Eine anschauliche Schilderung über die
Visitationstätigkeit eines Archidiakons am Ausgange des Mittelalters
liefert der bekannte Klosterreformator Johannes Busch in seinem
„Liber de reformatione monasteriorum“, herausgeg. von Karl Grube,
Halle 1886. Den besten Überblick über die Entstehung und die älteste
Geschichte der Visitation bietet jetzt Albert Michael Koeniger,
Die Sendgerichte in Deutschland I (1907), 8. 11 ff.; vgl. ferner Ch. Hol-
der, Les visites pastorales dans le diocese de Lausanne, Fribourg 1903.
Bonn. N. Hilling.

Friedrich Fries, Die Lehre vom Staat bei den protestanti-
schen Gottesgelehrten Deutschlands und der Niederlande
in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Berlin, Emil
Ebering 1912. 173 S.
Die vorliegende Schrift greift aus der großen Zahl der protestanti-
schen deutschen und niederländischen Gottesgelehrten in der zweiten
Hälfte des 17. Jahrhunderts die lutherischen Theologen Joh. Benedict
Carpzog, Abraham Calov, Joh. Andreas Quenstedt, Georg Galixt und
Joh. Wilh. Bajer und die reformierten Theologen Marcus Wendelin,

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