Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (3 (1913))

13.26. Schwarz, Wilhelm Eberhard, Die Akten der Visitation des Bistums Münster aus der Zeit Johanns von Hoya (1571 bis 1573)

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Literatur.

neu erschlossen hat und die Hahns Verdienst um die Geschichte der
elsässischen Gegenreformation aufs neue vermehrt. Mit Spannung er-
warten wir seine Schilderung der Reformtätigkeit des Bischofs Erasmus,
des Vorgängers Johanns von Manderscheid.
Marburg a. L. W. Sohm.

Wilhelm Eberhard Schwarz, Die Akten der Visitation
des Bistums Münster aus der Zeit Johanns von Hoya
(1571—1573). [Geschichtsquellen des Bistums Münster 7.]
Münster, Theissingsche Buchhandlung 1913. CLXXVI,
301 S.
Vor einigen Jahren hat Georg Müller1) in einem sehr beach-
tenswerten, für die allgemeine Orientierung bestimmten Aufsatze die
hervorragende Bedeutung der Visitationsakten für die Kenntnis der
Diözesangeschichte nachdrücklichst betont. Von größtem historischen
Werte sind insbesondere die sog. General Visitationen, die bei be-
stimmten Anlässen für die ganze Diözese ausgeschrieben und in der
Regel von einer speziellen bischöflichen Kommission abgehalten wurden.
Die Generalvisitatoren untersuchten sämtliche Pfarrkirchen, Stifter und
Klöster des ihnen zugewiesenen Sprengels nach den vier vom kano-
nischen Rechte vorgeschriebenen Richtungen: quoad personas, munera,
loca et res. Infolgedessen enthalten die Visitationsprotokolle eine
genaue Aufnahme über den religiösen und juristischen Zustand der
Diözese. In juristischer Hinsicht erhalten wir z. B. Aufschluß über die
Namen und die persönlichen Verhältnisse der Pfarrer, ihrer Hilfsgeist-
lichen und der Benefiziaten (Abstammung, Alter, Ordination), ferner
über die rechtliche Lage der kirchlichen Stellen (Patronat, Besetzungs-
recht), die Höhe der Einkommen, die Abgabenverhältnisse, die Zuge-
hörigkeit zum Archidiakonat, die Verhältnisse der Schulen usw. Um
den hohen Wert der Visitationsprotokolle an einem konkreten Bei-
spiele aus der Gegenwart zu vergleichen, könnte man sie mit den sog.
Schematismen oder Handbüchern der Diözesen vergleichen, die heut-
zutage innerhalb eines bestimmten Zeitraums herausgegeben werden.
Im Jahre 1900 hat Max Bär das Protokoll des Albert Lucenius
über die Kirchenvisitation von 1624/25 für die Diözese Osnabrück
publiziert.2) Der schlesische Diözesanhistoriker Joseph Jungnitz
hat sodann 1902 eine große Ausgabe der Visitationsberichte der Diö-
zese Breslau in Angriff genommen, von der bis jetzt vier Bände er-
schienen sind. Ein Gegenstück zu der Jungnitzschen Publikation bildet
1) Visitationsakten als Geschichtsquelle mit einer Literaturiibersicht,
alphabetisch nach Landschaften geordnet, in: Deutsche Geschichtsblätter VIII
(1907) 287 ff. — *) Mitteilungen des Historischen Vereins zu Osnabrück
XXV (1900), 230 ff.

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