Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (3 (1913))

13.18. Motzki, A., Urkunden zur Caminer Bistumsgeschichte auf Grund der Avignonesischen Supplikenregister [1343 bis 1366]

Literatur.

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A. Motzki, Urkunden zur Caminer Bistumsgeschichte auf
Grund der Avignonesischen Supplikenregister [1343 bis
1366]; a. u. d. T.: Veröffentlichungen der Historischen Kom-
mission für Pommern Heft 1. Stettin, Herrcke und Lebe-
ling 1913. 99 S.
Die große Zahl von Veröffentlichungen aus den Registern des
Vatikanischen Archivs, soweit sie sich auf deutsche Landschaften und
Diözesen beziehen, hat schon mehr als einmal lebhafte Bedenken dar-
über wach werden lassen, ob ihre Mühsal, ihre Methode und ihr Er-
trag im gehörigen Verhältnis zueinander stehen; wir selbst glaubten
vor nicht allzu langer Zeit zu ihnen Stellung nehmen zu sollen, um
sie freilich — aus Anlaß einer Anzeige von K. Rieders Vatikanischen
Quellen zur Eonstanzer Bistumsgeschichte (Innsbruck 1908) in den
Göttingischen Gelehrten Anzeigen 1911, 8. 635 ff. — nur unter der Vor-
aussetzung abzulehnen, daß die Publikationen allen Anforderungen
genügten und sie auch wirklich Benutzung durch die Fachgenossen
erführen. Das vorliegende Heft wird, es muß offen heraus gesagt
werden, jene Bedenken nicht so sehr zerstreuen als ganz erheblich ver-
mehren. Sein Inhalt ist zeitlich, räumlich und sachlich so eng um-
grenzt, daß er nur einem sehr kleinen Kreis von Forschern wirklich
Neues zu bieten vermag und selbst dieses ohne irgendwie erhebliche
Bereicherung unserer Kenntnis kurialer Verwaltung während des 14. Jahr-
hunderts. Dazu scheint die Drucklegung keineswegs mit der peinlichen
Sorgfalt überwacht worden zu sein, die schlechthin gefordert werden
muß, so daß manche Seiten schier überreich an Druckfehlern sind (vgl.
z. B. 8. 15 n. 16, S. 46 n. 80), ganz abgesehen davon, daß eine einheit-
liche Regelung der Interpunktion ebenso vermißt wird wie paläogra-
phische Sicherheit, wie denn 8. 47 n. 81 die Bedeutung der Unter-
streichung eines ganzen Satzes in der benutzten Handschrift nicht als
dessen Tilgung erkannt ist. Während die Anlage des Registers nicht
allen Wünschen Rechnung trägt, entbehrt die Einleitung, auf der vor-
liegenden, aber nicht vollständig herangezogenen Literatur aufgebaut,
der durchgreifenden Rücksicht auf die vom Herausgeber selbst zu-
sammengetragenen Materialien: ihre Vorteile dürften deshalb gerade
für den Lokalforscher der durchschlagenden Kraft beraubt sein. Das
Heft gibt sich als das erste der Veröffentlichungen der Historischen
Kommission für Pommern zu erkennen, — wir sind nicht gerade dank-
bar für die Enttäuschung, die es uns bereitete: sie ist um so bedauer-
licher, als die neue Gründung im Wettbewerb mit anderen Organi-
sationen ähnlicher Zweckbestimmung nur auf Grund wirklich wertvoller
Publikationen ihr Dasein rechtfertigen kann.
Halle a. 8.

A. Wenninghoff.

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