Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (3 (1913))

Literatur.

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darunter Einzelepisoden deutsch-römischer Beziehungen im Leben von
Bischöfen und Geistlichen (z. B. L. Schulte: Bischof Konrad von
Breslau i-1447 in seinem Verhältnis zum römischen Stuhle und zu dem
Basler Konzil S. 403 ff.; F. X. Seppelt: Die Romfahrt des Bischofs
Jodocus von Breslau 1456—1467 8. 270 ff.; J. Kolberg: Der ermlän-
dische Dompropst Christoph von Suchten f 1519 8. 144ff.; St. Ehses:
Kardinal Otto Truchseß von Augsburg zu Rom 1559—1563 8. 123 ff.;
dazu K. H. Schäfer: Das römische Deutschtum im 14. Jahrhundert
8. 234ff.; J. Schlecht: Deutsche Berichte aus Rom 1492 und 1504
8. 251 ff.). Gerade im Hinblick aber auf die Ziele unserer Zeitschrift
ist es erfreulich darauf verweisen zu können, daß auch die Geschichte
des Kirchenrechts nicht unberücksichtigt geblieben ist: im ganzen
fünf Aufsätze haben sich ihren Problemen zugekehrt. Während
J. Schmidlin in raschen Zügen die Bedeutung abzuschätzen sucht,
die dem Papsttum für die Entwicklung und Ausgestaltung der Mission
eigne, freilich nicht ohne von dithyrambischer Apologetik sich ganz
freizuhalten (S. 461 ff.), würdigt H. Zimmermann „die päpstliche
Legation zu Beginn des 13. Jahrhunderts im Dienste der Kreuzpredigt,
Inquisition und Kollektorie" (S. 103ff.; vgl. oben 8.522f'.). P. M. Baum-
garten breitet ein reiches Notizenmaterial über päpstliche Kanzlei-
beamte des 13. und 14. Jahrhunderts vor dem Leser aus, derart aller-
dings, daß in diesem der Wunsch nach endgültiger systematischer
Sichtung und Gestaltung aller seiner Einzelstudien zu einem fast ge-
bieterischen Verlangen sich steigert (8. 37 ff.). E. E. Schneider be-
faßt sich mit der Entstehung der römischen Rota als Kollegialgericht;
sein Ergebnis ist, daß „das Urteil der Rota nach außen hin zwar als
das eines Einzelrichters erscheint, als die Entscheidung des Auditors,
der mit der Fällung der Sentenz beauftragt war, daß dieser aber seinem
Erkenntnis die consilia zugrunde legen mußte, die seine Mitauditoren
bzw. ein bestimmter Kreis derselben auf Grund des von ihm erstatteten
Referates abgegeben hatte; tatsächlich also war die Entscheidung ein
Kollegialurteil und zwar läßt sich diese Kollegialität zum wenigsten
schon für das Ende des 13. Jahrhunderts Nachweisen" (8. 20 ff.). Die
überraschendsten Aufschlüsse endlich enthält die Studie von E. Göller
über das alte Archiv der päpstlichen Pönitentiarie (S. lff.). Sie schildert
die Wiederauffindung der verloren geglaubten Bestände des alten Ar-
chivs der Pönitentiarie, dessen Registerbände mit dem Pontifikat
Alexanders V. (1409 — 1410) einsetzen und sich, wenngleich nicht lücken-
los, über das 15. und 16. Jahrhundert wie auch darüber hinaus er-
strecken, während die Bestände des heutigen Archivs der Pöniten-
tiarie nicht über die 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts zurückreichen. Der
glückliche Entdecker konnte aus Mangel an Zeit nur die Registerbände
des 15. Jahrhunderts ziffermäßig festlegen, dazu von ihrer Anlage und
den in sie eingetragenen Suppliken soweit wenigstens Kenntnis nehmen,
daß er sie gleichsam durch Stichproben zu veranschaulichen vermag.
Jene Bände bestätigten ihm, was er selbst aus Formelbüchem und
anderem Quellenmaterial in seiner Geschichte der Pönitentiarie (Rom

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